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Kommende Buchkritiken
Lycidas
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Autor
Christoph Marzi
Genre Fantasy
Verlag Heyne Verlag ISBN 978-3-453-53006-5 Erscheinungsdatum (D) Dezember 2004 Erschienen 2004 Seiten 864 |
Inhalt
Emily Laing hat in ihrem noch jungen Leben bislang wahrlich nicht das große Los gezogen. In dem unheimlichen Londoner Waisenhaus von Reverend Dombey fristet sie ein kärgliches Dasein, mit wenig Aussicht auf Besserung. Einziger Lichtblick ist ihre Freundin Aurora Fitzrovia. Doch das Schicksal hält für Emily noch so einiges bereit. Beginnend mit der Entführung der kleinen Mara, die erst seit kurzem bei Reverend Dombey weilt, durch einen Werwolf, überstützen sich die Ereignisse. Emily macht Bekanntschaft mit sprechenden Ratten, dem mürrischen Alchemisten Mortimer Wittgenstein und dem Elf Maurice Micklewhite und muss erfahren, dass die Welt weit mehr zu bieten hat als das gewöhnliche London. Tief unter der englischen Großstadt gibt es noch eine weitere Welt, die Uralten Metropole, die Stadt der Schornsteine. Hier leben alte Götter, gefallene Engel und uralte Elfen neben weiteren merkwürdigen Gestalten. Emily Laing erfährt, dass neben Mara noch weiter Kinder entführt wurden. Alle Spuren führen zu einer geheimnisvollen Person, die sich Lycidas nennt. Zusammen mit ihren neuen Freunden macht sie sich auf, dessen Geheimnis zu ergründen und muss lernen: Es gibt keine Zufälle!
Buchkritik von Melanie Frommholz
Was Christoph Marzi hier auf 864 Seiten zwischen zwei Buchdeckel gezaubert hat, kann man nur als ganz besonders bezeichnen. Die Geschichte um das Waisenmädchen Emily Laing und seine Freunde strotzt nur so vor interessanten und vielschichtigen Charakteren und faszinierenden Einfällen. Zwar erinnert die Grundidee der Geschichte stark an Neil Gaimans „Niemalsland“, doch schon nach den ersten Kapiteln hat man den „Paten“ der Idee vergessen, zaubert Marzi doch immer wieder neuen Wendungen und Überraschungen aus dem Hut, die einen atemlos die Handlung weiter verfolgen lassen. Einen Großteil der Spannung bezieht die Geschichte aus der Undurchsichtigkeit seiner Charaktere. Niemand scheint wirklich gut oder nur böse zu sein und so kommt es immer wieder zu Aha-Erlebnissen. Die Verquickung alter Mythen, Märchen und biblischer Elemente sorgen für eine düstere Grundstimmung des Buches, die einen unweigerlich in seinen Bann zieht. Die spöttische Art des Ich-Erzählers Mortimer Wittgenstein ist ein weiteres Highlight. Man braucht zwar etwas, sich mit seiner Art vertraut zu machen, doch dann wird sein genervtes „Fragen Sie nicht“ zum unverzichtbaren Bestandteil der Geschichte. Etwas störend ist der sich oft wiederholende Bezug auf frühere Geschehnisse im Buch. Durch die Unterteilung in drei „Unterbücher“ finden sich meist zu Beginn des neuen Hauptkapitels immer wieder Erklärungen, die jedoch überflüssig sind, weil man die Geschichte ja im Ganzen liest und keinen Dreiteiler vor sich hat, dessen Einzelteile zu unterschiedlichen Zeiten erschienen sind. Dies ist jedoch der einzige (kleine) Wehrmutstropfen in einer wirklich phantastischen Geschichte.
Wissenswertes
Die Geschichten aus der Uralten Metropole umfassen folgende Bücher:
Band 1:
Lycidas
Band 2:
Lilith
Band 3:
Lumen
Band 4:
Somnia
