Töchter des Schweigens

Las largas sombras

Töchter des Schweigens

Autor Elia Barceló Genre Roman
Verlag Pendo
ISBN 978-3-866-12266-6
Übersetzung Petra Zickmann Erscheinungsdatum (D) 14.04.11   
Erschienen 2009  Seiten 432

Inhalt

Im Mai 2007 treffen sie sich in der spanischen Kleinstadt in der Provinz Alicante, in der sie einst gemeinsam aufwuchsen, wieder – sechs der sieben Mitglieder der ehemaligen Clique vom 28sten: Rita, die früher Marga genannt wurde und mittlerweile eine bekannte Filmregisseurin ist; Lena, die damals Magda hieß und ihre Hippie-Zeiten längst hinter sich gelassen hat; Teresa, ehemals Tere, die eine anerkannte Gynäkologin geworden ist; die spitzzüngige Anwältin Candela; Carmen, der männermordende Vamp, dem mittlerweile der Alkohol Trost und Zuflucht ist; und die Hebamme Ana, die mit einem um einiges jüngeren Polizisten verheiratet ist. Die siebte im Bunde, Sole, ist die Ehefrau eines Diplomaten, mit dem sie in Südamerika lebt.

In ihrer kleinen Stadt verbrachten sie einst gemeinsam ihre Kindheit, wurden allmählich erwachsen, verliebten sich das erste Mal und schmiedeten Pläne für eine großartige Zukunft. Doch dann geschah auf ihrer Abschlussfahrt nach Mallorca etwas Fürchterliches, das sie alle verändern sollte. Seither teilen die sieben ein schreckliches Geheimnis, das für immer ihr Leben bestimmt. Das Wiedersehen nach mehr als dreißig Jahren weckt alte Erinnerungen und lässt längst vergessene Gefühle wieder aufleben. Dann kommt eine der sieben unter rätselhaften Umständen ums Leben und von diesem Moment an scheint es, als würde alles, was einst geschah, die Frauen wieder einholen und zu einer furchtbaren Bedrohung werden…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Mit „Töchter des Schweigens“ legt die spanische Autorin Elia Barceló einen großartigen, ergreifenden und stellenweise fast schon epischen Roman vor. Sie erzählt von sorgsam gehüteten und gefährlichen Geheimnissen, von alten Sünden und Verfehlungen der Protagonisten, die nach langer Zeit ans Licht zu kommen drohen. Zugleich geht es um große Gefühle, nicht wieder nachzuholende Versäumnisse und die Suche nach dem großen Glück, die uns wohl alles irgendwie umtreibt. Von sieben Frauen wird berichtet, deren Leben durch ein schreckliches Geschehnis in einer mallorquinischen Nacht eine entscheidende Wende nahm, die danach nie wieder dieselben waren. Auf authentische Weise schildert Barceló ihre unterschiedlichen Charaktere, gibt jeder einzelner ihrer Figuren ein individuelles und prägendes Gesicht und lässt den Leser somit mit der Geschichte und dem Schicksal der jungen Mädchen, die mittlerweile reife Frauen sind, komplett verwachsen.

Zugleich bietet sie einen faszinierenden und erschreckenden Einblick in das Spanien der Siebzigerjahre, in die grausame Zeit der Franco-Ära, die mit blutigen Aufständen und zugleich mit hoffnungsvollen jungen Menschen verbunden war, die für sich und ihr Land einen Neuanfang erhofften. Dabei wechselt Barceló ständig die Erzählebene, erzählt längst vergangene Ereignisse in der Gegenwartsform und aktuelle in der Vergangenheit. Das verursacht eine ganz eigentümliche Stimmung, die den Leser immer wieder auf das Wesentliche hinlenkt.
„Töchter des Schweigens“ überzeugt mit faszinierenden Protagonistinnen, die allesamt vom Leben gezeichnet wurden und einer berührenden und fesselnden Geschichte, die den Leser bis zum Ende in einem unwiderstehlichen Sog gefangen hält.

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