Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- März
- African Queen
- März
- Ashby House
- März
- Atem
- März
- Aufziehendes Gewitter
- März
- Die Bestimmung
- März
- Die Geheimnisse des Nic...
- März
- Die Nacht
- März
- Die Schuldlosen
- März
- Du und ich
- März
- Etwas endet, etwas beginnt
- März
- Garp und wie er die Welt sah
- März
- Nachricht von dir
- März
- Räuberleben
- März
- Schwarzer Schmetterling
- März
- Sie und er
- März
- Splitterwelten
- April
- Die 39 Zeichen - 9
- April
- Liebe und andere Ver...
- April
- Sarg niemals nie
- April
- Schweig still mein M...
- Mai
- Der Wald wirft schwarze Sch...
- Mai
- Meine Schwester lebt auf...
- Mai
- Oneiros
- Mai
- Schnitt
Kommende Buchkritiken
Das Haus. House of Leaves
House of Leaves
|
Autor
Mark Z. Danielewski
Genre Thriller
Verlag Klett-Cotta ISBN 978-3-608-93777-0 Übersetzung Christa Schuenke und Olaf Schenk Erscheinungsdatum (D) August 2007 Erschienen 2000 Seiten 797 |
Inhalt
Der Pulitzer-Preisträger Will Navidson zieht mit seiner Frau Karen und den beiden Kindern Chad und Daisy in das Haus. Von Anfang an ist klar, dass dieses Haus anders ist, fast als hätte es ein Eigenleben. Irgendwann beginnt Will, alltägliche Vorgänge im Haus zu filmen - und muss feststellen, dass hier plötzlich leere Räume auftauchen, die auf keinem Grundriss verzeichnet waren. Das Haus dehnt sich quasi aus - aber nur innerlich. Von außen sieht es aus wie immer, doch innen entstehen neue Flure und Treppen führen ins Bodenlose. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Tom, dem an den Rollstuhl gefesselten Reston, dem professionellen Jäger und Forscher Holloway Roberts und Jed und Wax macht sich Navidson auf, um die unheimlichen Auswüchse des Hauses zu erforschen. Doch keiner von ihnen hat damit gerechnet, dass sie es hier mit einem äußerst intelligenten und gefährlichen Gegner zu tun bekommen.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Zu behaupten, dieses Buch auch nur annähernd verstanden zu haben, wäre mehr als übertrieben. Auch im Zusammenhang mit "Das Haus" von einem ganz normalen Buch zu sprechen, wäre fast schon eine Anmaßung. Dieses Buch ist anders als alles, was je geschrieben wurde. Das aber im durchaus positiven Sinne. Die anfängliche Verständnislosigkeit weicht mehr und mehr einer maßlosen Faszination, die weit über alles hinausgeht, was man je mit einem Buch in Verbindung gebracht hat. Zugegeben, zu Beginn wirkt alles doch mehr als befremdlich. Ein ständig wechselndes Schriftbild, durchgestrichene Worte oder sogar Zeilen, unzählige Fußnoten, mit denen man zunächst gar nichts anfangen kann. Eigentlich hat man fast schon Lust, diesen Schinken frustriert in die Ecke zu pfeffern. Doch irgendwann kommt der Moment, wo man das Gefühl hat, von dem Buch aufgesogen zu werden. Es ist, als würde eine Klarheit über einen kommen, die einen zwar immer noch nicht mit dem Verstand begreifen lässt, was da eigentlich vorgeht, doch auf irgendeiner anderen Ebene wird einem alles immer klarer und klarer. So muss man etwa in den Passagen, wo Navidson und seine Mitstreiter sich im Labyrinth der Kellerwindungen verlaufen, das Buch ständig drehen und wenden, weil der Text mal auf dem Kopf, dann wieder seitlich und schließlich wieder aufrecht steht. Oder man verliert sich selber im Labyrinth der tausend Fußnoten und weiß plötzlich nicht mehr, wo man eigentlich weiter lesen muss. Wie gesagt, man kann dieses Buch nicht einmal annähernd verstehen und trotzdem kommt beim Lesen immer mehr Erkennen.
Wer ist Johnny Truant, welche Rolle spielt der mysteriöse Zampanò in der ganzen Geschichte? Was hat es mit dem "Navidson Record" auf sich? Zu Beginn herrscht heillose Verwirrung - was soll beispielsweise die ständige Anspielung auf den Minotaurus? Doch irgendwann wird der größere Zusammenhang klar und von dem Moment an lässt einen "Das Haus" nicht mehr los. Vieles bleibt bis zum Schluss ein Rätsel und manches ist einfach nur verrückt. Doch dieses Buch hat ganz eindeutig Suchtcharakter und könnte durchaus zum Kultbuch einer neuen Generation avancieren. Ein ganz besonderes Lob muss hier auch der großartigen Übersetzung ausgesprochen werden - eine wahre Meisterleistung! Eines ist in jedem Fall klar: Danielewski ist ein Autor, den man sich unbedingt merken muss! Sein Erzählstil ist schlicht großartig und er könnte ohne weiteres einer der ganz Großen werden.
