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Kommende Buchkritiken
Tannöd
|
Autor
Andrea Maria Schenkel
Genre Krimi
Verlag Edition Nautilus ISBN 3-894-01479-2 Erscheinungsdatum (D) Februar 2006 Seiten 125 |
Inhalt
Als auf dem Hof der Familie Danner im bayrischen Tannöd alle Bewohner ermordet aufgefunden werden, ist die Gemeinde in Aufruhr. Natürlich, der Danner war ein Eigenbrötler und bauernschlau, aber den Tod hat ihm dann doch keiner gewünscht. Schnell ist den Einheimischen klar: zu solch bestialischen Morden ist von hier keiner fähig. Doch je mehr Leute befragt werden, desto klarer wird, dass auf dem abgelegenen Hof der Danners so einiges im Argen lag…
Buchkritik von Melanie Frommholz
Mit „Tannöd“ legt die Autorin Andrea Maria Schenkel ein lesenwertes Debüt vor. Der nicht ganz genretypische Krimi, der sich als Mischung aus protokollierten Zeugenaussagen und persönlichen Sequenzen einzelner Beteiligter zusammensetzt, überzeugt durch einen einfachen wie packenden Handlungsaufbau. Stück für Stück setzt die Autorin aus entscheidenden Hinweisen und falschen Fährten das Bild einer Dorfgemeinschaft zusammen, die in ihrer Neugier, Gleichgültigkeit und Gottesfürchtigkeit einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Gerade dieser Aspekt macht den Reiz der Geschichte aus. Schenkel ist es gelungen, auf wenigen Seiten das Wesen und die Art der Leute in der bayrischen Provinz treffend einzufangen. Seelische Grausamkeit und Kindesmissbrauch lauern eben auch hinter der Fassade eines scheinbar intakten und idyllischen Landlebens. Um das Lokalkolorit perfekt einzufangen, hat Andrea Maria Schenkel sprachlich ganz auf das Bayrische gesetzt. Die Zeugenaussagen, die einen Grossteil des Buches einnehmen, muten dadurch natürlich sehr authentisch an, sind aber zuweilen für Nichtbayern mühsam zum Lesen.
„Tannöd“ mag für Fans des klassischen Krimigenres gegebenenfalls enttäuschend sein, für Fans von kleinen, aber feinen Millieubetrachtungen ist es in jedem Fall lesenwert.
Wissenswertes
"Tannöd" ist der Gewinner des Deutschen Krimipreises 2007


