Die letzte Liebe des Monsieur Armand

La douceur assassine

Die letzte Liebe des Monsieur Armand

Autor Francoise Dorner Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-06603-6
Übersetzung Christel Gersch Erscheinungsdatum (D) August 2007   
Erschienen 2006  Seiten 144

Inhalt

Monsieur Armand ist Philosoph im Ruhestand, hat vor einigen Jahren seine Frau durch eine schwere Krankheit verloren und sieht irgendwie keinen rechten Sinn mehr in seinem Leben. Seine beiden Kinder kümmern sich nur gezwungenermaßen um ihren Vater und scheinen es hauptsächlich auf eine lohnenswerte Erbschaft abgesehen zu haben. Mit einer ehemaligen Lehrerkollegin trifft sich Armand jeden Sonntag zum Essen, doch auch diese Freundschaft lässt ihn seltsam unberührt, würde er die alte Dame nicht mehr treffen können, würde ihn das auch nicht stören. So lebt Armand in Paris ein trauriges Leben, hat sogar schon manchmal über Selbstmord nachgedacht, als ihm ganz unvermutet die 20jährige Pauline über den Weg läuft.

Auch Pauline fühlt sich vom Leben irgendwie betrogen, hat früh ihre Eltern verloren und sucht in den vielen Liebhabern, die sie schon hatte, immer wieder eine Familie. Doch keiner der jungen Männer kann ihr geben, was sie braucht und so flieht sie von einem Abenteuer ins nächste. Da sind sie nun, die junge Frau und der fünfzig Jahre ältere Mann und wie aus heiterem Himmel überfällt sie die Liebe. Es geht nicht um Sex, aber trotzdem ist es mehr als Freundschaft, das die beiden miteinander verbindet. Eine neue Lust am Leben überkommt sie und entgegen aller Vorurteile wagen sie es, einen ganz neuen Weg einzuschlagen.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs "Die letzte Liebe des Monsieur Armand" ist eine wunderbare und warmherzige Geschichte voller Humor, die augenzwinkernd die Vorurteile in unserer Gesellschaft auf die Schippe nimmt. Francoise Dorner schreibt auf angenehme und herzliche Weise und gibt gleichzeitig ihre Beobachtungen pointenreich zum Besten. Monsieur Armand ist ein Held mit Ecken und Kanten, so herrlich menschlich und eigenbrötlerisch, dass man fast glaubt, er könne jeden Moment dem Buch entsteigen. Seine eigenartige Warmherzigkeit, die immer wieder durch die raue Schale blitzt, beschreibt die Autorin wirklich meisterhaft.

Dieses Buch bringt seinen Leser eins ums andere Mal zum Schmunzeln und berührt aber auch zutiefst. Es ist ein Buch voller Magie, das von den Schwierigkeiten des Altwerdens ebenso erzählt, wie von denen des Jungseins in unserer schnelllebigen Gesellschaft. Im Vordergrund steht bei Dorner aber immer die Menschlichkeit, die philosophischen Betrachtungen von Armand werden von Paulines einfachen Lebensweisheiten immer aufs Neue entwaffnet. "Die letzte Liebe des Monsieur Armand" ist ein durch und durch menschliches Buch, das zeigt, dass das Leben immer noch eine neue Wendung nehmen kann und dass es nie zu spät ist, etwas zu verändern. Es gibt sie, die kleinen Wunder des Lebens und manchmal warten sie um die nächste Ecke auf uns!

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