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Kommende Buchkritiken
Der Medicus
The Physician
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Autor
Noah Gordon
Genre Historischer Roman
Verlag Bertelsmann ISBN 053629 (BuchNr.) Übersetzung Willy Thaler Erscheinungsdatum (D) 1987 Erschienen 1986 Seiten 604 |
Inhalt
Im Jahr 1021 wird der neunjährige Rob Jeremy Cole von einem Bader in seine Dienste genommen. Gemeinsam reisen die beiden von Ort zu Ort, verkaufen Heilelixiere und behandeln Kranke. Rob lernt so einiges von dem gewitzten Bader, unter anderem auch, sich vor der allmächtigen Kirche in acht zu nehmen, die in den Badern und Chirurgen Hexer sieht, von denen schon so mancher auf dem Scheiterhaufen endete.
Als Rob von der medizinischen Akademie in Isfahan hört, beschließt er, dort zu studieren und Arzt zu werden. Die Reise dorthin dauert Jahre, in denen Rob so einiges erlebt. Da er als Christ keinen Zugang zu der Akademie bekommen würde, verkleidet er sich als Jude und wird bald der Freund eines gütigen Juden und eines talentierten Muslim. Auch lernt Rob in Isfahan seine große Liebe kennen und wird Vater. Vor allem die Kraft seiner Hände, die Dinge erspüren können, macht ihn zu einem begnadeten Medicus.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Wer kennt ihn nicht, den "Medicus". Eine wunderbare, spannende und abenteuerliche Geschichte, von einem jungen Mann, der den Mut hat, an seine Berufung zu glauben. Von einem, der nicht bereit ist, gesellschaftliche und kulturelle Grenzen als gegeben hinzunehmen, der seinen Weg geht, entgegen aller Widerstände.
Gekonnt schildert Noah Gordon in „Der Medicus“ den Gegensatz zwischen Abendland und Morgenland und vor allem die gesellschaftlichen Zwänge, mit denen sich ein junger Mensch aus einfachen Verhältnissen im 11. Jahrhundert auseinandersetzen musste. Obwohl die Geschichte lange vor unserer Zeit spielt, hat man doch immer das Gefühl, sich mitten im Geschehen zu befinden. Hier taucht man ein in eine Welt, die eine Zeit schildert, in der das Leben noch so ungleich viel schwieriger zu bewältigen war als heute.
“Der Medicus“ ist ein herrlicher, farbenprächtiger Roman von Gauklern, Barbieren, Kaufleuten, jüdischen Gelehrten und Heilkundigen, den man kaum mehr aus der Hand legen mag.
