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Kommende Buchkritiken
Am Strand
On Chesil Beach
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Autor
Ian McEwan
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 978-3-257-06607-4 Übersetzung Bernhard Robben Erscheinungsdatum (D) August 2007 Erschienen 2007 Seiten 208 |
Inhalt
Edward und Florence haben gerade geheiratet. In ihrer Flitterwochensuite am Strand von Chesil Beach wird ihnen das Abendessen serviert und beide können nur an das denken, was gleich folgen wird. Die Hochzeitsnacht ist für das frisch getraute Paar eine unbekannte Größe, ist es doch im Jahr 1962 noch nicht üblich, offen über Sex zu sprechen. Weder Florence noch Edward können verbergen, wie nervös sie der Gedanke an ihr erstes gemeinsames Mal macht, doch miteinander darüber zu reden kommt nicht in Frage. Natürlich plagen Florence ganz andere Ängste, als ihren Ehemann und sie weiß nicht, wie das, was sie sich unter dem "Vollzug der Ehe" vorstellt, mit ihren aufrichtigen Gefühlen für Edward einhergehen soll. Edward hingegen hofft nur, seine junge Frau zufrieden zu stellen, ihr als Liebhaber zu genügen. So sitzt jeder in seine eigenen Gedanken versunken vor einem Essen, das nach gar nichts schmeckt und ahnt nicht, wie sehr diese Schicksalsnacht ihrer beider Leben verändern könnte.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Eine Szene, wie aus einem viktorianischen Film! Gekonnt beschreibt McEwan dieses beklemmende und fast schon peinliche Arrangement, in dem sich ein frisch vermähltes Paar gerade befindet. Am liebsten würde man den beiden helfend zur Seite springen, würde ihnen zurufen, sie sollen doch einfach offen sagen, was ihnen solche Angst macht. Die Stimmung von Hilflosigkeit, Angst und schierer Panik setzt der Autor völlig überzeugend und eindringlich in Szene. Mit akribischer Präzision und gleichzeitig voller Gefühl erzählt Ian McEwan von zwei jungen Menschen, ihren Hoffnungen und Ängsten und ihrer Sprachlosigkeit angesichts der Prüderie der frühen 60er Jahre. Gleichzeitig lässt der Autor die atmosphärisch dichte Vor- und Nachgeschichte dieser schicksalhaften Nacht erstehen und zeigt damit, warum alles genauso kommen musste. Auch hier beweist Ian McEwan erneut, dass er ein Meister seines Fachs ist, dass er die Kunst beherrscht, seine Leser in seinen Bann zu ziehen und mit einer brillanten und facettenreichen Sprache eine packende Geschichte erstehen zu lassen. Schade nur, dass dieses Buch am Ende irgendwie unfertig wirkt, so, als wäre beim Schreiben ein wichtiger Teil verloren gegangen. Etwas enttäuscht bleibt der Leser mit dem Gefühl zurück, einen entscheidenden Aspekt verpasst zu haben.
