Die Mandelpflückerin

La Mennulara

Die Mandelpflückerin

Autor Simonetta Agnello Hornby Genre Roman
Verlag Piper
ISBN 3-492-24392-4
Übersetzung Monika Lustig Erscheinungsdatum (D) 2003   
Erschienen 2002  Seiten 304

Inhalt

Mennulara war eine eigensinnige Frau, unnahbar und mit unfreundlichen Zügen stand sie als Magd in den Diensten der Alfallipes. Diesen Menschen war sie treu ergeben und sie schien schließlich sogar so vertrauenswürdig, dass die Familie ihr die Verwaltung ihres gesamten Besitzes überließ. Natürlich erregte solch eine Verhaltensweise in dem sizilianischen Städtchen Roccacolomba, in dem jeder jeden kennt, viel Aufsehen. Was verbirgt die Mennulara? Hat sie die Familie erpresst, um sich ihr Hab und Gut anzueignen oder ist sie etwa ein uneheliches Kind der Alfallipes, das so unauffällig zu seinem Teil des Geldes kommen soll? Dies waren die Fragen, die die Bürger beschäftigten.
Die Diskussionen werden nun, da die Mennulara tot ist, wieder entfacht und es gibt noch mehr Anlass zu Spekulationen: Warum ist die Familie ihr, einer einfachen Magd, auch nach ihrem Ableben so treu ergeben? Die Gerüchteküche brodelt und die Frau bleibt trotz ihres Todes nicht von Beschuldigungen verschont…

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 4 von 5 Bs Genauso eigenartig wie die Protagonistin, die von allen nur die Mennulara genannt wird, ist auch dieser Roman, der nicht von Beginn an so fesselnd ist wie versprochen. Zu viele Personen scheinen in die Story involviert, so dass man leicht den Überblick verliert. Auch die Handlung an sich ist zunächst weniger spannend, sieht es doch aus, als ob die gesamte Geschichte aus Gerüchten, unnötigem Klatsch und Tratsch und übertriebener Neugier der Stadtbewohner bestünde. Doch wer sich beim Lesen ein wenig in Geduld übt, wird bald bemerken, dass diese anfänglichen “Schwierigkeiten” sich immer weiter auflösen, hat die Autorin doch bewusst eben jene Erzählperspektive gewählt, bei der erst am Ende alle Handlungsstränge zusammen laufen und spannende Tatsachen ans Licht gelangen, die der Leser vorerst nicht erwartet hätte. So wird im letzten Drittel eine bis dahin kaum vermutete Spannung aufgebaut und die Neugier auf die wahre Identität der Dienstmagd wird immer intensiver. Alles in allem ist die Geschichte um die Mennulara also äußerst interessant und es lohnt sich tatsächlich, Simonetta Agnello Hornbys Werk nicht vorzeitig aus der Hand zu legen, auch wenn dafür ein längerer Atem notwendig ist.

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