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Kommende Buchkritiken
Die Flucht
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Autor
Stefan Aust, Stephan Burgdorff (Herausgeber)
Genre Sachbuch
Verlag DVA SPIEGEL Buchverlag ISBN 3-421-05682-X Erscheinungsdatum (D) 2002 Erschienen 2002 Seiten 237 |
Inhalt
Deutschland zum Ende des zweiten Weltkrieges. Wahre Völkermassen sind auf der Flucht: Polen, Russen, Tschechen, Solwaken, Deutsche und noch viele weitere Völkergruppen sind bei eisigen Temperaturen auf der Wanderschaft. Beschlüsse der Alliierten setzen eine riesige Völkerwanderung in Gang, die nach dem Krieg zusätzliches Leid und Elend über die Menschen bringt. Es hatte den Anschein, als sei das gesamte östliche Mitteleuropa in Bewegung. Lange Zeit kam die Thematisierung der Tatsache, dass auch über 2 Millionen Deutsche zu den Vertriebenen gehörten, einem Tabubruch gleich. Deutschland hatte den Krieg verloren und musste nun büssen. Doch die Deutschen jener Zeit waren nicht nur Täter, sondern auch Opfer.
Buchkritik von Melanie Frommholz
In vielen Einzelberichten beleuchtet „Die Fluch“ die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten. Der Buchtitel ist hier ganz klar Programm. Die Herausgeber Stefan Aust und Stephan Burgdorf haben eine beeindruckende Sammlung an Berichten und Bilder von Spiegel-Redakteuren und Historikern zusammengetragen, die ein erschütterndes Zeugnis jeder Zeit ablegen. Im Krieg ist die Zivilbevölkerung immer Opfer, egal, ob sie zur Seite des Aggressors gehört oder nicht. Viele der Artikel und Berichte haben einen direkten Bezug zu Einzelschicksalen und dieser Umstand hebt die geschilderten Geschehnisse aus der gesichtlosen Anonymität heraus und machen sie für den Leser besonders eindrücklich. Hier werden nicht trockene Geschichtsfakten wiedergekäut, sondern es wird von gelebten Tragödien erzählt. Bei all der Schuld, die das deutsche Volk während des zweiten Weltkrieges auf sich geladen hat, darf nun auch öffentlich über das erfahrene Leid durch Vertreibung und Flucht berichtet werden. Eine positive Abrundung erfährt das Buch durch die Beleuchtung der durch die gigantische „Völkerverschiebung“ entstandene Konfliktherde, die mitunter bis heute zwischen den Staaten Mitteleuropas existent sind. „Die Flucht“ – Ein Buch, das bewegt, berührt und zum Nachdenken anregt.
Wissenswertes
Folgende Autoren arbeiteten an "Die Flucht" mit:
Rudolf Augstein, Thomas Darnstädt, Ulrich Fichtner, Christian Habbe, Volker Hage, Hans Henning Hahn, Hans Halter, Clemens Höges, Robert Jungk, Uwe Klußmann, Claus Christian Malzahn, Walter Mayr, Cordula Meyer, Fritjof Meyer, Hans-Joachim Noack, Karl Schlögel, Bruno Schrep, Hans-Ulrich Stoldt, Michael Schwartz, Heinrich Schwendemann, Rainer Traub, Hans-Ulrich Wehler, Erich Wiedmann, Klaus Wiegrefe
