Der Himmel von Hollywood

De Hemel van Hollywood

Der Himmel von Hollywood

Autor Leon de Winter Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 3-257-23143-1
Übersetzung Hanni Ehlers Erscheinungsdatum (D) 1998   
Erschienen 1997  Seiten 366

Inhalt

Tom Green hat gerade eine Haftstrafe verbüßt, nur noch knapp zweihundert Dollar in der Tasche und sieht kaum eine Zukunftsperspektive für sich. Einst war er ein viel versprechender Schauspieler, sogar einmal für den Emmy nominiert und alles, was ihm noch von dieser Zeit geblieben ist, ist das Drehbuch für einen Film, den er vor seiner Haft drehen wollte. Nun kehrt Tom nach Hollywood zurück, in der Hoffnung, einen zahlungskräftigen Produzenten von den Qualitäten seines Drehbuches zu überzeugen. Doch als das Projekt schon so gut wie unter Dach und Fach ist, macht das Schicksal Green einen Strich durch die Rechung und zerstört seine letzte Hoffnung.

Zufällig trifft er, als er ganz am Boden ist, zwei Schauspielerkollegen wieder, die beide auch schon bessere Tage gesehen haben. Jimmy Kage ist dem Alkohol verfallen und bekommt keine Rollenangebote mehr und der ehemalige Oscar-Preisträger Floyd Benson arbeitet jetzt als Installateur von Alarmanlagen. Ihr unverhofftes Wiedersehen artet in einer nächtlichen Sauftour aus, während derer sie auf einen übel zugerichteten Toten stoßen, den Floyd wieder zu erkennen meint. Er glaubt, den toten Tino bei seinen letzten Auftraggebern gesehen zu haben, als er bei denen eine Alarmanlage installierte. Und diese Leute hatten ganz offensichtlich keine weiße Weste. Aus Angst, Floyd könne bei Auffinden der Leiche als Zeuge befragt und von den Gangstern zum Schweigen gebracht werden, lassen die drei Schauspieler den Toten kurzerhand verschwinden. Doch das ist erst der Anfang, die drei Loser werden immer tiefer in mafia-ähnliche Machenschaften verwickelt und beginnen, den ganz großen Coup zu planen.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Virtuos und voller Humor und Situationswitz erzählt de Winter ein Gaunerstück, das immer aberwitzigere Blüten treibt. Schon die Einleitung, in Form eines Drehbuches geschrieben, zeigt dem Leser, in welchen Kreisen sich die Geschichte bewegen wird. Dabei spielt der Autor immer wieder mit Klischees und erzeugt dabei das Gefühl, es hier gar nicht mit der Realität zu tun zu haben. Ein Gefühl, das trügt, wird man dann doch auf den Boden der Tatsachen geholt...

Obwohl die drei Protagonisten wirklich herrlich und komisch gezeichnet und für so manchen Lacher gut sind, schleppt sich die Handlung doch stellenweise dahin und langweilt gar manchmal. Erst gegen Ende gewinnt das Ganze dann an Tempo, birgt ganz unvorhergesehene Wendungen und gipfelt in einem intelligenten und völlig unvorhergesehenen Finale. Es bleibt der Eindruck eines guten, anspruchs- und humorvollen Buches, das aber doch noch etwas mehr Potential besessen hätte.

Wissenswertes

"Der Himmel von Hollywood" wurde 2000 unter der Regie von Sönke Wortmann verfilmt.

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