Brüderchen und Schwesterchen

Autor: Brüder Grimm / Bernadette
Genre: Bilderbuch
Verlag: Nord-Süd Verlag
ISBN: 3-314-00722-1
Erscheinungsdatum (D) 1996 Seiten 24

Brüderchen und Schwesterchen

Inhalt

Brüderchen und Schwesterchen haben seit dem Tod der Mutter kein gutes Leben mehr - die Stiefmutter schlägt sie und lässt sie hungern. Deshalb beschließen die beiden, miteinander fortzulaufen. Schließlich gelangen sie in einen Wald, ohne zu ahnen, dass die Stiefmutter, die in Wirklichkeit eine Hexe ist, ihnen gefolgt ist. Alle Bäche im Wald hat sie verwünscht, doch Brüderchen hat furchtbaren Durst. Schließlich trinkt er aus einem von ihnen und wird in ein Reh verwandelt. Von nun an kümmert sich Schwesterchen um das Rehkitz, flicht ein Halsband für es und findet mit ihm in einem verlassenen Haus im Wald Unterschlupf. So könnten die Geschwister ein friedliches Leben miteinander führen, wenn nicht eines Tages der König des Landes eine große Jagd im Wald veranstalten würde. Als das Reh die Jagdhörner erschallen hört, ist es nicht mehr zu halten, es muss einfach mit zur Jagd. Schnell werden die Jäger des Königs auf das schöne Tier aufmerksam und es bleibt nicht aus, dass sie das Versteck von Brüderchen und Schwesterchen entdecken. Durch eine List gelingt es dem König, sich Zutritt zur Hütte im Wald zu verschaffen und schließlich willigt Schwesterchen ein, seine Frau und Königin zu werden. Brüderchen und Schwesterchen folgen dem König auf sein Schloss, ohne zu ahnen, dass sie auch hier nicht vor der bösen Stiefmutter sicher sind.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Die Bilderbücher von Bernadette sind einfach eine Augenweide. Wunderschöne, phantasievolle und zauberhafte Bilder laden zum Verweilen ein, immer neue Dinge kann das Kind beim Betrachten entdecken. Durch die weichen Konturen verraten die Zeichnungen aber nie zuviel, das Kind kann seine Phantasie walten lassen, ohne durch zu eindeutige Vorgaben beeinflusst zu werden. Das Märchen selber ist durchaus für Kinder im Vorschulalter geeignet, halten sich die Grausamkeiten doch sehr in Grenzen. Die Botschaft ist klar und Mut machend: man ist nicht gezwungen, in einer unerträglichen Situation auszuharren, wenn man nur den Mut aufbringt, sich auf den Weg zu machen. Trotz aller Widrigkeiten wird einem immer wieder geholfen und oft ist das "Böse" dazu da, einen weiterzubringen, eine Entwicklung herbeizuführen. Zum Schluss wendet sich alles zum Guten, die Bösen werden ihrer gerechten Strafe zugeführt und die Guten dürfen glücklich weiterleben. Für das Urvertrauen des Kindes ist diese positive Botschaft, dass immer alles wieder irgendwie gut wird, unglaublich wichtig. Grundsätzlich ist es zwar immer besser und schöner, einem Kind ein Märchen frei zu erzählen, doch für alle, die darin nicht so firm sind, ist dieses Bilderbuch eine sehr empfehlenswerte Alternative.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen