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Kommende Buchkritiken
Liebeswahn
Enduring Love
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Autor
Ian McEwan
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 3-257-23162-8 Übersetzung Hans-Christian Oeser Erscheinungsdatum (D) 1998 Erschienen 1997 Seiten 356 |
Inhalt
Clarissa und Joe führen ein ganz normales Leben miteinander. Glücklich verheiratet, beide erfolgreich in ihrem jeweiligen Beruf, gehen sie achtungsvoll und mehr oder weniger leidenschaftlich miteinander um. Ein idyllisches Eheleben, das an einem einzigen Tag ein jähes Ende findet: Bei einem gemeinsamen, romantischen Picknick im Grünen erleben Clarissa und Joe den Absturz eines Heißluftballons mit. Obwohl Joe mit einigen anderen zufälligen Zeugen zur Hilfe eilt, endet dieser Unfall tödlich für einen der Beteiligten.
Voller Schuldgefühle muss Joe allerdings erkennen, dass sich ein noch viel größeres Unheil an seine Fersen geheftet hat. Jed Parry, der ebenfalls zu helfen versucht hatte, dringt immer mehr in Joes heiles Leben ein. Jed ist fest davon überzeugt, dass Joe sich unsterblich in ihn verliebt hat und dass er diese Gefühle teilt. Weder Clarissa noch Joes offensichtliche Ablehnung können den jungen Mann von seinem Glauben abbringen. Schnell wird Joe klar, dass sein Verfolger krank sein muss und tatsächlich findet er in der Fachliteratur einen Namen für diesen "Liebeswahn": Clérambault-Syndrom. Doch dieses Wissen nützt dem Verzweifelten wenig, immer eindeutiger werden die Nachstellungen und das Schlimme ist, dass niemand ihm zu glauben scheint. Selbst Clarissa zweifelt mehr und mehr am Verstand ihres Mannes, was schließlich die Ehe der beiden zu zerstören droht...
Buchkritik von Stefanie Rufle
Basierend auf einem in der Fachliteratur belegten klinischen Fall schildert der Autor anhand einer fiktiven Geschichte, wie es einem Psychopathen gelingen kann, in das Leben eines "normalen" Bürgers einzudringen und dieses systematisch zu zerstören. Immer wieder fühlt man sich an die durch die Medien geisternden Fälle von "Stalking" erinnert, die gerade in der neueren Zeit drastisch zuzunehmen scheinen. Sehr eindringlich macht McEwan deutlich, wie schnell alles aus dem Ruder laufen kann, wie wenig es braucht, um eine doch eigentlich harmonische Beziehung zu zerstören. Ein durchaus spannendes Thema also...
Doch so wirklich kann dieses Buch nicht fesseln. Viel zu ausführlich sind manche medizinischen und wissenschaftlichen Ausführungen geraten, zu oft verliert sich der Autor in theoretischen Gedankengebilden, die von der eigentlichen Handlung wegführen. Zwischendurch wünscht man sich sogar, das ganze Elend möchte doch endlich ein Ende finden, damit man sich wieder spannenderen Dingen widmen kann. Schade um eine wirklich gute und spannende Idee, die stellenweise leider zu oft auf der Strecke bleibt.

