Der Algebraist

Autor: Iain Banks
Genre: Science Fiction
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-52201-5
Erscheinungsdatum (D) November 2006 Erschienen 2004
Seiten 798
Übersetzung Irene Holicki

Der Algebraist The Algebraist

Inhalt

Nach der Zerstörung des Wurmlochportals in den Maschinenkriegen ist das Ulubis-System wieder in seinen Provizschlaf versunken. Aus diesem wird das System, welches als Zentrum der Dweller-Forschung gilt, erst unsanft gerissen, als die Regierung der Galaxis eine Warnung vor der Bedrohung durch das E5 Separat schickt. Der Herrscher des Hungerleiderkults Lusiferus hat sich mit seiner gesamten Megaflotte aufgemacht das Ulubis-System zu übernehmen. Er ist, wie auch andere Spezies der Galaxis, hinter der sagenumwitterten Dweller-Liste her. Die uralte Rasse der Dweller soll über ein geheimes Wurmlochsystem verfügen, welches Reisen innerhalb der Galaxis in sehr kurzer Zeit ermöglicht. Niemand weiß, ob etwas an den Gerüchten über die Liste, auf der alle Wurmlochkoordinaten verzeichnet sein sollen, dran ist, oder alles nur ein großer Witz der Dweller war. Die Regierung der Galaxis schickt den Seher Fassin Taak zu den Dwellern, um die Liste vor Lusiferus zu finden. Eine abenteuerliche Reise und ein gnadeloser Wettlauf mit der Zeit beginnen.

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Was dem Buch „Der Algebraist“ fehlt ist der große umspannende und anhaltende Spannungsbogen. In überlangen Kapiteln schleppt sich die Story durch die Erlebnisse der Hauptfigur Fassin Taak bei den Dwellern. Dabei tritt die Bedrohung durch Lusiferus zunehmend in den Hintergrund. Iain Banks hat den Widersacher des Ulubis-Systems zwar gelungen eingeführt, doch die aufgebaute Bedrohung bröckelt allein schon durch die Tatsache, dass sie zuwenig Präsenz innerhalb der Erzählung hat. Ein weiterer Handlungsstrang um Fassin Taaks Jungensfreunde und einen schrecklichen Unfall aus der Vergangenheit läuft dagegen unter der Oberfläche ohne erkennbaren Sinn für die übrige Handlung bis zum Schluss mit. Für sich genommen ist dieser Teil der Geschichte sehr interessant, man fragt sich jedoch die gesamte Zeit, wann die Bedeutung für die Haupthandlung erkennbar wird. Ist „Der Algebraist“ nun die Geschichte über die Jugendfreunde um Fassin Taak und deren Entwicklung innerhalb der Ulubis-Krise, oder geht es um die Jagd nach der geheimnisvollen Liste mit den Wurmlochkoordinaten. Erst das letzte Drittel der Handlung weiß durchweg zu fesseln. Hier bekommt Lusiferus endlich wieder Raum für seine Fiesigkeiten, die Dweller entpuppen sich als absolut unterschätze Spezies und auch das Ende der Geschichte ist gut durchdacht und bietet so manches AHA-Erlebnis. Bis dahin werden aber wahrscheinlich die wenigstens Leser kommen. Wer kein Durchhaltevermögen für die „Durststrecken“ hat wird dieses Iain Banks Buch wohl entnervt bei Seite 400 aus der Hand legen.

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