Sternenkinder

Autor: Stephen Baxter
Genre: Science Fiction
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-52101-8
Erscheinungsdatum (D) 2005 Erschienen 2004
Seiten 701
Übersetzung Peter Robert

Sternenkinder Exultant

Inhalt

In einer fernen Zukunft hat die Menschheit die Galaxis fast vollständig bevölkert. Gleichzeitig befindet sie sich seit tausenden von Jahren in einem alles zerstörenden Krieg gegen das geheimnisvolle Volk der Xeelee. Während ein riesiger Bürokratieapparat auf der Erde versucht die Fäden in der Galaxie zusammen zu halten, kämpfen an der Front in Vitro gezüchtete Kindersoldaten für den schier aussichtslosen Sieg. Einer dieser „Kinder“ ist der junge Pilot Pirius. Ihm und seiner Crew gelingt das Unfassbare: Sie können einen feindlichen Nachjäger der Xeelee kapern. Doch anstatt als Held der Galaxis gefeiert zu werden, wird Pirius auf einen Außenposten zum Schützengräben ausheben zwangsversetzt. In der gleichgeschalteten menschlichen Gesellschaft ist kein Platz für individuellen Ruhm. Während Pirius Blau Schützengräben aushebt, rückt sein Zeitzwilling, Pirius Rot, der in einer früheren Zeitlinie lebt, in den Fokus des undurchsichtigen Wissenschaftler Nilis. E, der glaubt in den beiden Pirius den Schlüssel für den Sieg über die Xeelee gefunden zu haben.

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Eines ist „Sternenkinder“ sicherlich nicht: Leicht verdauliche Zwischendurch-Unterhaltung. Autor Stephen Baxter hat mit diesem Buch die Geschichte aus „Der Orden“ weitergesponnen und doch eine völlig eigenständige Geschichte erzählt. Angefüllt mit technischem und physikalischem Fachjargon beschreibt er nun eine ferne Zukunft, die einem alle Nackenhaare aufstellt. Kindersoldaten, gezüchtet im Geburtstank, unumstößliche Doktrinen, die jegliche Individualität, jeglichen Familienzusammenhalt unterdrücken sollen, eine rätselhafte und unbesiegbar scheinende Bedrohung. Auf den ersten Blick ist „Sternenkinder“ nicht wirklich eine Fortsetzung im eigentlichen Sinne. Baxter knüpft weniger an konkrete Charaktere aus „Der Orden“ an, als vielmehr an aufgezeigte menschliche Eigenheiten und Evolutionstendenzen. So gibt es ein Wiedersehen mit dem Orden, allerdings handelt es sich eher um die Erkenntnis, dass Menschen unter extremen Bedingungen zur Schwarmbildung tendieren. Es ist also eher ein Wiedersehen mit der Beobachtung einer Entwicklung. Baxter stößt den Leser nicht mit der Nase auf die Parallelen, erst nach und nach werden die Gemeinsamkeiten offensichtlich. Die eigentliche Geschichte um den Piloten Pirius oder besser gesagt um die Piloten Pirius ist zu Beginn spannend und viel versprechend geschrieben, insgesamt aber doch langatmig geraten. Besonders das letzte Buchdrittel, in dem sich Showdown-Schilderung mit Entstehungsgeschichte des Universums abwechselt, ist aufgrund seiner überhand nehmenden Fachsprache eher ermüdend. Nicht jeder ist studierter Ingenieur und Physiker. Ein Umstand, den Baxter streckenweise wohl verdrängt hat. Die Geschichte verliert sich in unzähligen Nebenschauplätzen und Andeutungen über Ereignisse der Vergangenheit. Dabei kommt zusehends der Haupterzählstrang ins Hintertreffen. Letztlich ist man hin und her gerissen. Einerseits fasziniert Baxter mit seinen interessanten Ideen, andererseits ist die eigentliche Haupthandlung, die diese Ideen zu einem Ganzen zusammenbinden sollte, unspektakulär und in ihrer Entwicklung allzu offensichtlich.

Folgende Bücher umfasst Stephen Baxters Zukunftssage, die mit "Der Orden" begann:
Band 1:
Der Orden
Band 2:
Sternenkinder
Band 3:
Transzendenz

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