Attentat

Attentat

Autor Amélie Nothomb Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 3-257-06525-6
Übersetzung Wolfgang Krege Erscheinungsdatum (D) 2006   
Erschienen 1997  Seiten 194

Inhalt

Epiphane ist so abgrundtief hässlich, dass er eine Beleidigung für das Auge eines jeden Betrachters ist. Quasimodo lautet sein Spitzname und selbst der ist noch stark untertrieben für das grässliche Äußere des Protagonisten. Epiphanes trübes Einerlei ändert sich jäh, als er beim Casting für einen Film die wunderschöne Ethel kennen lernt, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Doch scheint Ethel, im Gegensatz zu allen anderen Frauen, denen Epiphane je begegnet ist, keinen Ekel vor ihm zu empfinden, im Gegenteil fällt ihr seine Hässlichkeit offensichtlich nicht einmal auf. Sie liebt die unkonventionellen Ansichten ihres neuen Freundes, geht mit ihm aus und amüsiert sich prächtig mit ihm.

Epiphane kommt auf die unglaubliche Idee, sich bei Model-Agenturen zu bewerben, um mit seiner Hässlichkeit noch die Schönheit der Models zu unterstreichen. Er wird angestellt und fungiert von nun an als Augenschreck auf den Laufstegen - die Model-Agenturen reißen sich um ihn. Als Ethel sich in einen anderen Mann verliebt, muss Epiphane sich eingestehen, dass ihm kein Glück in der Liebe vergönnt ist. Gleichzeitig ist er aber davon überzeugt, dass es keine unmögliche Liebe gibt...

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 2 von 5 Bs Ein zutiefst spannendes und faszinierendes Thema wird hier behandelt: Kann Intelligenz tatsächlich die gleiche Wirkung hervorrufen, wie physische Schönheit? Kann sie gar die Angebetete verführen und über die äußerlichen Mängel hinwegtäuschen? Die Antwort kann nur jeder Leser für sich selbst herausfinden, handelt es sich hier doch um eine philosophische Frage. Die Art und Weise, wie die Autorin versucht, diese Frage zu beantworten, kann nicht durch und durch überzeugen. "Amélie Nothomb kultiviert die Provokation." so wird dem Leser versprochen. Man wird das Gefühl nicht los, dass es bei diesem Buch tatsächlich nur um das geht - zu provozieren. Das macht das Lesen insgesamt eher mühsam, wirklichen Spaß hat man bei der Lektüre kaum. Die versprochene Provokation wirkt sehr bemüht und lässt deshalb die nötige Leichtigkeit fehlen.

Abschließend lässt sich über "Attentat" sagen, dass hier ein wirklich interessantes Thema eher auf der Strecke bleibt zugunsten vieler leerer Phrasen, die aber kaum berühren. Man legt das Buch am Ende aus der Hand mit einem riesigen Fragezeichen in den Augen und hat das Gefühl, nicht verstanden zu haben, was die Autorin eigentlich sagen wollte.

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