Die Hüterin der Quelle

Die Hüterin der Quelle

Autor Brigitte Riebe Genre Historischer Roman
Verlag Diana Verlag
ISBN 3-453-35130-4
Erscheinungsdatum (D) 2005   Seiten 543

Inhalt

Bamberg im Jahre 1626: Durch gewaltige Missernten verfällt die Bevölkerung der Stadt in Unruhe. Viele Menschen müssen hungern, die Nahrungsmittelpreise steigen um ein Vielfaches an und jeder muss sein Geld beisammen halten. Dieses Unglück nimmt der Weihbischof Friedrich Förner in seinem Hexenwahn zum Anlass, in der Kirche gegen die Druten, wie Hexen auch genannt wurden, zu predigen und das Volk aufzustacheln.
Unter denen, die im Veracht stehen, schwarzmagische Rituale zu betreiben und mit dem Teufel im Bunde zu sein, steht auch Ava, eine Frau, die abgeschieden von der Stadt am Flussufer lebt und so manches Leiden durch Kräuter heilen kann. Als immer mehr Menschen unter den schlechtesten Bedingungen verhört werden und sich unter Folter Geständnisse abpressen lassen, schlägt Ava zurück und deckt Friedrich Förners dunkelstes Geheimnis auf, durch das sie so manches Leben retten kann…

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 5 von 5 Bs Die Zeit der Hexenverfolgung wurde schon in so vielen Romanen verarbeitet, dass der Buchmarkt geradezu überquillt von Büchern dieser Art. Doch “Die Hüterin der Quelle” sticht aus der Vielzahl positiv heraus, denn Brigitte Riebe beherrscht die Kunst des Schreibens. Geschickt gibt sie zuerst einen Einblick in das normale Alltagsleben der Menschen, lässt den Leser im Laufe der Geschichte immer weiter hinter die Fassaden blicken und die Figuren immer tiefgründiger werden. Dabei versteht sie es auch, Bande zwischen den einzelnen Personen zu knüpfen, die vorerst keinen größeren Zusammenhang erahnen lassen, sich am Ende jedoch zu einer runden Geschichte zusammenfügen. So lässt sie einen aufregenden Roman entstehen, in dem sie viele Seiten der Hexenverfolgung beleuchtet. Sie zeigt nicht nur den Charakter des im Hexenwahn predigenden Weihbischofs und den der abergläubischen Bevölkerung, sondern auch die Haltung der vernünftig denkenden Menschen und den alten Glauben der vermeintlichen Hexen. Die Vielzahl von Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen, die aus den sich unterscheidenden Denkweisen resultieren, lassen den Leser tatsächlich nachvollziehen, wie es zu Aberglauben und Hexenverbrennungen kommen konnte und liefern ein erschütterndes Bild über die Hetzerei der Kirche und die Beschuldigungen durch eifersüchtige oder bösartige Menschen.
Fazit: “Die Hüterin der Quelle” ist ein Roman, der sich von der Menge abhebt und einen tieferen Einblick nicht nur in die Geschichte, sondern auch in die Hintergründe erlaubt.

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