Bekenntnisse eines Suchenden

Autor: Juan Arias/Paulo Coelho
Genre: Sachbuch
Verlag: Diogenes
ISBN: 3-257-23294-2
Erscheinungsdatum (D) 2001 Erschienen 1999
Seiten 228
Übersetzung Maralde Meyer-Minnemann

Bekenntnisse eines Suchenden Paulo Coelho: Las confesiones des peregrino

Inhalt

Der spanische Autor Juan Arias befindet sich im Gespräch mit dem brasilianischen Autoren Paulo Coelho, das dem Leser Einblick bietet in das bewegte Leben Coelhos, seine Kindheit und Jugend, seine Grenzerfahrungen mit Drogen und Magie. Paulo spricht über seine schlimmen Erfahrungen in der psychiatrischen Anstalt, in die ihn seine Eltern einweisen ließen und über die schwerste Zeit seines Lebens - im Gefängnis und furchtbaren Folterqualen ausgeliefert. Weiterhin erzählt er über sein Verhältnis zu Frauen und die weibliche Seite, die bei ihm ganz stark ausgeprägt ist, über Politik und über seine Leser, die dem Autor mehr bedeuten, als nur ein zahlendes Publikum. Der Autor beantwortet Juan Arias Fragen über seine "Bekehrung" und stellt sich abschließend den Fragen von drei jungen Leserinnen - ein sehr aufschlussreiches Gespräch entsteht dabei.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Dieses Buch bietet wirklich überraschende und bewegende Einblicke in das Leben eines Autors, dessen Leserschaft in ihm viel mehr sieht, als nur jemanden, der gute Bücher schreibt. Sehr ehrlich beantwortet Coelho die Fragen Arias und so entsteht das Bild eines aufregenden, streitbaren, standhaften und sehr weisen Mannes. Dieses Buch ist weniger ein Interview als viel mehr ein philosophisches Gespräch zweier Menschen, das zeigt, dass das Universum immer neue Überraschungen und Erkenntnisse zu bieten hat für all jene, die sich ihm vertrauensvoll hingeben. Paulo Coelho ist das beste Beispiel dafür, dass aus Leid und Wut sehr Wertvolles und Heilendes erwachsen kann - denn laut seiner eigenen Aussage stehen wir immer wieder vor Weggabelungen und müssen uns dann für die eine oder die andere Richtung entscheiden. Wie wir uns schlussendlich entscheiden ist nicht unbedingt das Wichtigste, ausschlaggebend ist, dass wir den Mut und die Energie für eine Entscheidung aufbringen.

Besonders schön ist das Kapitel über den Autor und seine Leser, aus dem großer Respekt und auch tatsächlich Liebe spricht. Coelho sagt, dass er das Gefühl hat, mit diesen Menschen in Verbindung zu stehen, auch wenn er sie eigentlich gar nicht kennt. Auf die Frage Arias, warum die Bücher des Autors, die doch Millionen von Lesern rund um die ganze Welt derart berühren, von der Kritik völlig ignoriert oder verrissen werden, sagt Paulo, dass es sich für ihn hierbei um "Kulturfaschismus" handele. Viele "Intellektuelle" würden den Begriff Demokratie ständig im Munde führen, seien aber überzeugt davon, das Volk sei dumm. "Bekenntnisse eines Suchenden" ist wirklich spannend zu lesen und zeigt den großen Autor Paulo Coelho als einen Menschen, der voller Liebe und Verständnis für seine Mitmenschen ist, der sich aber nicht davor scheut, zu seinen Schwächen zu stehen.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen