Das Haus der Stufen

Autor: Barbara Vine
Genre: Krimi
Verlag: Diogenes
ISBN: 3-257-22582-2
Erscheinungsdatum (D) 1990 Erschienen 1988
Seiten 438
Übersetzung Renate Orth-Guttmann

Das Haus der Stufen The House of Stairs

Inhalt

Elisabeth verbringt ihr Leben damit, auf die ersten Anzeichen einer furchtbaren Krankheit zu warten, die sie möglicherweise von ihrer Mutter geerbt hat. Einzig ihre mütterliche Freundin Cosette ist ihr bei ihrem sorgenvollen Bangen eine Hilfe. Nachdem Elisabeths Mutter gestorben ist, verlagert diese ihr Zuhause mehr und mehr zu Cosette, in das Haus der Stufen, wie es gemeinhin genannt wird. Die verwitwete Cosette führt hier ein bohemienhaftes Leben, ihre Tür steht jedermann offen, insbesondere Studenten und mittellose Taugenichtse finden hier Unterschlupf. Der größte Wunsch der älteren Dame ist es, noch einmal dreißig sein zu können und jeder Frau ihren Mann auszuspannen. Ihre Suche nach einem geeigneten Liebhaber ist nur bedingt erfolgreich, und auch Elisabeth lebt eher nur mit halber Kraft.

Dann tritt Bell in das Leben der Menschen im Haus der Stufen und alles wird anders. Noch nie war Elisabeth von einer Frau derart fasziniert, trotz der offenkundigen Unehrlichkeit der etwas älteren Frau kann Elisabeth nicht mehr von ihr lassen. Als Mark zum ersten Mal das Haus der Stufen betritt, ahnt noch keiner der Bewohner, welch unheilvollen Ausgang alles nehmen wird.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Immer wieder passiert bei Barbara Vines Büchern Ähnliches: mit dem Wissen, es mit einem Psychokrimi zu tun zu haben, nimmt man einen Roman in die Hand und staunt mehr und mehr, wie tiefgründig und psychologisch durchdacht er ist. Barbara Vine alias Ruth Rendell verfasst Krimis, die weit über dieses Genre hinausgehen und immer wieder in die Abgründe menschlichen Tuns blicken lassen. Wie überzeugend und zutiefst glaubhaft sind auch hier wieder ihre Protagonisten, allen voran die undurchsichtige Bell, die so unsympathisch wirkt und doch auch wieder so menschlich. Es gelingt der Autorin, die Leiden der Liebe, die tiefe Unsicherheit ihrer Erzählerin Elisabeth so zu beschreiben, dass der Leser fast schon vermeint, diese Gefühle selbst zu spüren.

In "Das Haus der Stufen" beweist Vine einmal mehr, dass sie eine begnadete Erzählerin ist, der es gelingt, ihre Leser mit jeder Seite mehr zu fesseln. Gleichzeitig zeigt sie ein sehr feines psychologisches und menschliches Gespür - sicherlich mit ein Grund, warum ihre Bücher so ungemein glaubhaft sind.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen