Röslein rot

Röslein rot

Autor Ingrid Noll Genre Krimi
Verlag Diogenes
ISBN 3-257-23151-2
Erscheinungsdatum (D) 1998   Seiten 273

Inhalt

Anneroses große Leidenschaft gilt der Glasmalerei. Immer, wenn sie sich in ihre barocken Stilleben versenkt, entflieht sie ihrem grauen Hausfrauendasein, vergisst die Welt um sich herum. Und das ist bitter nötig, ist Anneroses scheinbar biederer Ehemann doch nicht eben treu. Doch Annrose weiß sich zu rächen - so fallen etwa die selbst gepflanzten Tannen ihres Mannes gnadenlos wegen seiner undurchsichtigen Beziehung zur jungen und naiven Imke, die nicht aufhören kann, ihm sehnsüchtige Liebesbriefe zu schreiben.

Doch schon hat Reinhard wieder eine neue Flamme - diesmal ist es die neue Schreibkraft, eine Freundin aus Studienzeiten. Natürlich wird Annerose ihm das nicht durchgehen lassen, der nächste Racheakt ist sicher. Doch noch etwas anderes plagt die Hobbymalerin: sie hat ständig furchtbare Alpträume, sieht schlimmes Unheil vorher, an dem vermeintlich sie selbst Schuld trägt, weil sie es an der nötigen Zuwendung für ihre Mitmenschen mangeln lässt. Glücklicherweise bekommt Annerose im richtigen Moment Unterstützung durch ihre Halbschwester Ellen.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Dies ist wieder einmal ein Roman in bester Ingrid Noll-Manier: voll von schwarzem Humor, gespickt mit Ironie und menschlichen Abgründen. Die Autorin ist einfach die Meisterin der winzigkleinen, aber doch bitterbösen Gemeinheiten. Hier werden die schlimmsten Rachegelüste befriedigt und es macht einfach nur Spaß, sich darin verstricken zu lassen. Noll hat eine wahre Freude daran, scheinbar ganz normale Frauen zu Verbrecherinnen mutieren zu lassen - und das auf ganz und gar charmante Art und Weise. Mit Annerose hat sie eine Protagonistin erschaffen, die es ohne weiteres mit einer Hella Moormann oder einer Rosemarie Hirte aufnehmen kann.

"Röslein rot" ist eine spannende Kriminalgeschichte und gleichzeitig ungeheuer frech und temporeich. Mit gewohnter erzählerischer Leichtigkeit führt Noll ihre Leser durch diese Geschichte, die nur so vor bürgerlicher Idylle und Langeweile und blankem Grauen strotzt. Dieses Buch macht einfach nur Spaß!

Besucherbewertung

5.0 / 5  (1 vote)

Kommentare


Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.