Oliver Twist

Autor: Charles Dickens
Genre: Roman
Verlag: Diogenes
ISBN: 3-257-21035-3
Erscheinungsdatum (D) 1957 Erschienen 1837
Seiten 317
Übersetzung Gustav Meyrink

Oliver Twist

Inhalt

Das Findelkind Oliver Twist wächst im Armenhaus auf, unter dem Regiment des ebenso unbarmherzigen wie grausamen Mr. Bumble. Nachdem der Junge sich gegen das mehr als kärgliche Essen, das den Waisenkindern vorgesetzt wird, aufgelehnt hat, wird er zum Leichenbestatter Mr. Sowerberry in die Lehre geschickt. Ein äußerst trostloses und grausames Leben erwartet Oliver dort und deshalb wagt der Waisenjunge die Flucht. Er möchte sein Glück in London versuchen und gerät dort auch tatsächlich bald an Menschen, die sich seiner annehmen. Was er nicht ahnt, ist, dass er bei einer Bande von Taschendieben gelandet ist. Der Hehler Fagin bildet die elternlosen Jungen zu trickreichen Dieben heran, die vor nichts und niemandem zurückschrecken.

Doch das Schicksal scheint es gut mit Oliver zu meinen. Bei einem Raubzug wird er verletzt und von gütigen Menschen gepflegt, die an das Gute in dem Jungen glauben. Alles hat sich offensichtlich zum Positiven gewendet, wären da nicht Fagin und sein Komplize Monks, die so gar nicht bereit sind, Oliver als "Mitarbeiter" zu verlieren und damit Gefahr zu laufen, von ihm verraten zu werden. Außerdem ist da noch Olivers wahre Identität, die für manchen aus der Diebesbande nichts Gutes verspricht.

Buchkritik von Stefanie Rufle

In seinem zweiten Roman prangert Charles Dickens die sozialen Missstände des Viktorianischen Zeitalters an, die aber nach wie vor nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. In düsteren Farben und völlig realistisch und beklemmend erzählt der Autor eine Geschichte aus dem Armeleute- und Verbrechermilieu der damaligen Zeit, wie sie erschreckender kaum geschildert werden könnte. Er liefert ein Gesellschaftsporträt der Viktorianischen Zeit, das den Leser so sehr in seinen Bann zieht, dass er zwischendurch erstaunt aufblickt und erleichtert aufatmet, weil er merkt, dass er sich glücklicherweise im 21. Jahrhundert befindet. Dieser Roman vermittelt eindringlich die Verlorenheit und Verzweiflung der armen Menschen und ganz speziell des Protagonisten Oliver Twist. Manchmal kann man sich als Leser dieser düsteren und beklemmenden Atmosphäre kaum entziehen.

"Oliver Twist" kann getrost als Meilenstein der englischen Literatur bezeichnet werden, lässt der Roman doch so wortgewaltig und atmosphärisch dicht eine Zeit wiederauferstehen, die schon so lange der Vergangenheit angehört. Dass Charles Dickens, der von 1812 bis 1870 lebte, selbst vieles, was seinem Helden zugestoßen ist erleben musste, ist mit jedem Wort spürbar. Dies ist ein Buch, das jeder irgendwann einmal gelesen haben sollte!

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