Saturday

Saturday

Autor Ian McEwan Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 3-257-06494-2
Übersetzung Bernhard Robben Erscheinungsdatum (D) 2005   
Erschienen 2005  Seiten 387

Inhalt

Der angesehene Neurochirurg Henry Perowne wacht am frühen Morgen eines scheinbar ganz normalen Samstags auf und beobachtet von seinem Schlafzimmerfenster in London aus, wie ein brennendes Flugzeug notlanden muss. Damit beginnt ein zutiefst verstörender Samstag für den 48jährigen, der doch eigentlich nur seine übliche Runde Squash mit einem Freund spielen möchte. Danach sind die gewöhnlichen Samstagstätigkeiten vorgesehen: Einkaufen für das Abendessen mit der Familie, Besuch der senilen Mutter im Pflegeheim, Sex mit der Ehefrau.

Doch an diesem Samstag, den 15. Februar 2003, findet die größte Friedensdemonstration aller Zeiten in London statt und Perowne hat auf seiner Fahrt zum Squashspiel eine Begegnung, die ihm allen Frieden rauben soll. Der kultivierte Mann, der Kunst und Musik liebt und dem Gewalt aller Art fremd ist, rammt einen roten BMW und trifft mit dessen beiden Fahrern auf zwei äußerst unangenehme Zeitgenossen, die plötzlich die Urinstinkte in ihm wachrufen.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Mit der stark überzeichneten Darstellung der sich überstürzenden Ereignisse an einem scheinbar ganz normalen Tag zeigt uns der Autor, wie zerbrechlich doch unser so sicheres Glück ist. In unserer westlichen Kultur sind uns elementare Bedrohungen so fremd geworden, dass wir tatsächlich glauben, nichts könne unseren Seelenfrieden ins Wanken bringen. Wie weit wir damit fehlen, zeigt uns McEwan anhand seines Protagonisten. Auf äußerst intelligente Art und Weise wird dem Leser deutlich gemacht, wie an einem einzigen Tag ein Leben aus der Bahn geraten kann. In seiner fast schon arroganten Selbstsicherheit steht Perowne für einen ganzen Kulturkreis, der sich vor den schlimmen Katastrophen gefeit fühlt.

Auf wohltuend klarsichtige Weise setzt Ian McEwan sich mit dem aktuellen Weltgeschehen auseinander und zeigt, wie kontrovers sich darüber diskutieren lässt. Wichtig dabei ist, dass er weder der einen noch der anderen Seite recht gibt - er beleuchtet lediglich zwei Seiten, die einander unversöhnlich gegenüberstehen. Schade nur, dass dieser Roman doch einige Längen aufweist, die auf den Leser etwas ermüdend wirken. Für einen Nicht-Squashspieler etwa ist ist der detaillierte Aufbau des Matches zwischen dem Protagonisten und seinem Partner nicht unbedingt spannend. Ansonsten aber ist "Saturday" ein fesselndes und absolut aktuelles Buch, das so einigen Stoff zum Nachdenken bietet.

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