Liebe Pur

Autor: Yael Hedaya
Genre: Erzählung
Verlag: Diogenes
ISBN: 3-257-23307-8
Erscheinungsdatum (D) 2000 Erschienen 1997
Seiten 209
Übersetzung Ruth Melcer

Liebe Pur Chajot machmad

Inhalt

Ein Mann, eine Frau und ein Hund – Alle drei fühlen sie sich einsam und sind auf der Suche nach einem neuen Leben, nach einem neuen Zuhause. Durch Zufall treffen sie sich und obwohl dieses Treffen anfänglich nur von kurzer Dauer sein sollte, bleiben sie doch zusammen und werden zu einer kleinen Familie.

Doch gerade für den Mann und für die Frau ist es nicht einfach die Einsamkeit zu überwinden und sich auf den neuen Lebensabschnitt einzulassen. Und der Hund – er steht zwischen den beiden und ist den verschiedensten Emotionen des Mannes und der Frau hilflos ausgeliefert.

Buchkritik von Kathrin  Lang

„Liebe pur“ besticht – wie schon „Die Sache mit dem Glück“ – durch die unglaubliche Ehrlichkeit, mit der Yael Hedaya ihre Geschichte erzählt. Wieder einmal schafft sie es, den Leser durch ihre unglaublich direkten Worte zu begeistern, ihn zum Schmunzeln zu bringen und ihn hin und wieder sogar ein wenig zu schockieren. Bei so manchem Satz treibt es einem die Schamesröte ins Gesicht, hätte man doch nicht mit so direkten Worten in bestimmten Situationen gerechnet. Ebenfalls genial war Yael Hedayas Idee den Hund mit in ihre Erzählung zu integrieren. Das Tier wird personifiziert, so dass man stellenweise tatsächlich das Gefühl hat, dass der Hund ein ganz normaler Mensch mit menschlichen Gefühlen und Bedürfnissen ist.

Eher störend an „Liebe pur“ ist jedoch die Gemächlichkeit, mit der Yael die Handlung vorantreibt. Die Charaktere werden ganz genau gezeichnet, die Situation ganz exakt beschrieben. Auf der einen Seite sicherlich lobenswert, auf der anderen jedoch stellenweise einfach nur langweilig. Ebenfalls wenig ansprechend fand ich die Anonymität der verschiedenen Charaktere. Nicht ein Name fällt in diesem Buch. Die Frau ist die Frau, der Mann ist der Mann, Freunde sind Freunde und der Hund, ja der Hund heißt - wie könnte es auch anders sein – schlicht und einfach Anonymus. Durch dieses Stilmittel bleibt der Leser letztendlich nur stiller Zuschauer, ein neutraler Betrachter. Es fällt schwer, sich mit den Charakteren zu identifizieren und mit ihnen zu fühlen.

„Liebe pur“ erschien ursprünglich im Zusammenhang mit zwei anderen Erzählungen von Yael Hedaya. Die zweite Erzählung wurde bisher noch nicht in Deutschland veröffentlicht. Die Dritte erschien 2006 unter dem Titel "Die Sache mit dem Glück".



Die Sache mit dem Glück

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