Freaks

The Anomalies

Freaks

Autor Joey Goebel Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 3-257-86141-9
Übersetzung Hans M. Herzog Erscheinungsdatum (D) September 2006   
Erschienen 2003  Seiten 193

Inhalt

Eine völlig schräge Band, bestehend aus fünf Außenseitern bereitet sich auf ihren ersten, wenn auch bisher nur imaginären, Auftritt vor. Die Mitglieder der Band sind: die 80jährige Gitarristin Opal, die sich auch in ihrem Alter noch gerne flachlegen lässt und Babysitterin spielt für die 8jährige Ember am Bass, ein süßes kleines Mädchen voller Hass auf alles und jeden, der Afroamerikaner Luster, der den Gesang übernimmt und voller philosophischer und gleichzeitig durch geknallter Gedanken ist, die bildschöne, wenngleich etwas billig wirkende Aurora an den Drums, eine 19jährige Satanistin im Rollstuhl und der irakische ehemalige Soldat Ray am Keyboard, der nur nach Amerika gekommen ist, um den Amerikaner zu finden, den er im Golfkrieg verwundet hat. Völlig passend geben sich die fünf den Bandnamen "The Freaks" und werden auch dementsprechend von der Außenwelt behandelt - egal, wo sie auftauchen, werden sie belächelt und verspottet.

Doch ein festes Band hält diese fünf, vom Leben mehr oder weniger vernachlässigten Menschen zusammen - ihre Leidenschaft für die gemeinsame Musik. Wie eine Familie halten sie zusammen und in der kleinen Gemeinschaft finden sie, was sie im wahren Leben vermissen: Akzeptanz und Angenommensein. Als dann tatsächlich der erste Auftritt vor der Tür steht, glauben sie, endlich auch in der Außenwelt auf Verständnis und Respekt zu stoßen....

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Joey Goebel schreibt im Alter von nur 23 Jahren ein Buch, das man durchaus als sehr gesellschaftskritisch bezeichnen kann. Hier sind Weisheiten enthalten, die man einem so jungen Autor nicht so ohne weiteres zutrauen würde, spricht doch oft eine unglaubliche Härte und Brutalität aus seinen Worten. Fast kommt es einem vor, als habe Goebel keine Illusionen mehr über das Leben und die Gerechtigkeit. Und doch erzählt er so zärtlich und anrührend von seinen Protagonisten, dass man ihm die Hoffnungslosigkeit nicht so ganz abnehmen mag.

"Freaks" ist ein wirklich schräges Buch über Menschen, die sich am Rande der Gesellschaft bewegen. Ständig wechselt der Erzähler, die Handlung wird aus der Sicht aller möglichen Leute (Bandmitglieder und Außendstehender) geschildert und wirkt dadurch besonders lebendig. Die Geschichte erinnert abwechselnd an "Einer flog über das Kuckucksnest" und "Bandits" und ist doch auch wieder ganz anders. Man kann sich beim Lesen allerdings nicht ganz des Gefühls erwehren, dass die Handlung etwas erzwungen abgedreht wirken soll, was sie dann manchmal doch etwas zu unglaubwürdig macht. Nichtsdestotrotz ist Joey Goebel ein Name ist, den man sich auf jeden Fall merken sollte...

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