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Kommende Buchkritiken
Das Versprechen
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Autor
Friedrich Dürrenmatt
Genre Roman
Verlag dtv ISBN 3-423-01390-7 Erscheinungsdatum (D) 1958 Erschienen 1958 Seiten 121 |
Inhalt
Kommissar Matthäi will eigentlich seinen Dienst bei der Schweizer Polizei quittieren und nach Jordanien abreisen, um die Reorganisation der dortigen Polizei zu übernehmen. Kurz vor dieser Abreise geschieht jedoch im Kanton ein Mord an einem kleinen Mädchen. Ein Hausierer, der zufällig in der Gegend war und außerdem wegen eines Sittlichkeitsdeliktes vorbestraft ist, bittet Matthäi um Hilfe. Zuerst zögerlich, doch dann zunehmend interessiert kümmert sich Matthäi um diesen Fall. In dem Hausierer, der ohne weitere Umschweife zum Schuldigen gestempelt wird, sieht er von Anfang an nicht den Mörder, nimmt aber vorerst in Kauf, dass aus diesem ein Geständnis herausgepresst wird. Erst nachdem sich der Hausierer das Leben nimmt, sieht sich Matthäi mehr und mehr berufen, den Fall zu klären, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass er der Mutter des Mädchens unbedacht ein Versprechen gab, ein Versprechen, das ihn nicht loslässt und das ihm schlussendlich zum Verhängnis wird…
Buchkritik von Angelika Koch
Dürrenmatt gehört zu den Autoren, die man nicht in eine Schublade packen und mit einem Stempel versehen kann. Sicherlich ist sein Schreibstil „speziell“ ebenso wie die Ausdrucksweise der Schweizer, die nicht für jeden sofort zugänglich ist, aber was das Buch ausmacht ist weit mehr. Die Verwandlung des peniblen Matthäi von einem Juristen, der sogar in einem Hotel wohnt, um dem Leben distanziert genug gegenüber zu stehen, zu einem einer Aufgabe bis zur Selbstzerstörung verschriebenen Menschen ist erschreckend und faszinierend zugleich. Auch benötigt Dürrenmatt keine überflüssige Dramaturgie, keine übertriebenen Charakterdarstellungen, keine hochgestochenen Dialoge, um den Leser zu fesseln. Das ist es, was Bücher von Dürrenmatt ausmacht – die Schlichtheit des Ausdrucks, trotzdem aber die Aufforderung an den Leser, zwischen den Zeilen zu lesen. „Das Versprechen“ liefert uns all das … wer „ihn“ mag wird „es“ mögen.
Bücher von Dürrenmatt sind sicherlich nicht jedermanns Geschmack und in der heutigen Zeit schon geradezu „out“. Wer liest noch Autoren wie diesen? Es wäre aber wünschenswert, wenn auch die „junge“ Leserschaft Interesse an den „alten“ Größen fände.
Wissenswertes
Diesen Roman entwickelte Dürrenmatt aus dem Drehbuch zum Film "Es geschah am hellichten Tag" mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe.


