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Kommende Buchkritiken
Nachtlicht
Every Man For Himself
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Autor
Beryl Bainbridge
Genre Roman
Verlag Europa Verlag ISBN 978-3-203-75503-8 Übersetzung Charlotte Breuer Erscheinungsdatum (D) 1997 Erschienen 1996 Seiten 238 |
Inhalt
Am 10. April betritt der junge Morgan mit einigen Freunden die Titanic, um ihre Jungfernfahrt nach Amerika mitzuerleben. Das große Schiff läuft im Hafen aus und wird von vielen Zuschauern verabschiedet. Morgan reist erster Klasse, speist mit berühmten und wohlhabenden Leuten und feiert mit seinen Freunden. Doch am 4. Tag der Schiffsreise muss er erfahren, dass die Titanic nicht unsinkbar ist, wie bisher behauptete wurde und erlebt die wohl grausamste Nacht seines Lebens...
Buchkritik von Karolin Kullmann
Dass Beryl Bainbridge für "Nachtlicht" eine Auszeichnung erhielt, lässt sich in keiner Weise nachvollziehen, denn dieser Roman ist eine einzige Enttäuschung. Anfangs gelingt es nicht ins Geschehen finden und alle Personen scheinen so realitätsfern und fremd, dass man weder eine Beziehung zu ihnen noch zum Roman im Gesamten aufbauen kann. Dadurch fehlt bis zum Ende hin jegliche Motivation zum Weiterlesen und selbst, als der Untergang der Titanic geschildert wird, der als Katastrophe in die Geschichte einging, schafft es die Autorin nicht, größere Emotionen im Leser hervorzurufen.
Es kann sein, dass "Nachtlicht" für den Leser so enttäuschend ist, weil man von diesem Roman etwas völlig anderes erwartet. Die Autorin legte ihre Aufmerksamkeit hier nicht auf den Untergang der Titanic, sondern richtete ihr Augenmerk fast ausschließlich auf die gehobene Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts, die verschwenderische, manchmal sogar sinnlose Lebensweise der High Society und deren Probleme, Ängste und Hoffnungen. Dadurch kommt die eigentliche Katastrophe viel zu kurz. Wer dieses Buch trotz allem lesen möchte, sollte ein reges Interesse an den wohlhabenden Menschen um 1912 mitbringen und bereit sein den Untergang des riesigen Schiffes völlig in den Hintergrund zu stellen.
Wissenswertes
Für "Nachtlicht" erhielt Beryl Bainbridge 1996 den "Whitebread Award".
