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Kommende Buchkritiken
Der stille Herr Genardy
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Autor
Petra Hammesfahr
Genre Roman
Verlag Lübbe ISBN 3-404-15527-0 Erscheinungsdatum (D) 1993 Seiten 333 |
Inhalt
Josef Genardy ist ein unauffälliger, älterer Mann, der in einer kleinen Wohnung über einer Tierhandlung lebt. Bei seinen Nachbarn beliebt und immer mit einem Lächeln auf den Lippen ist er überall gern gesehen. Aber er hegt ein kleines, abgrundtief böses Geheimnis, von dem bisher noch niemand etwas ahnt. Der freundliche Herr liebt Kinder über alles. Er mag vor allem kleine Mädchen...
Eines Tages entdeckt er vor der Tierhandlung Nadine und lädt sie in seine Wohnung ein. Kurze Zeit später wird das Kind aufgefunden - vergewaltigt und ermordet.
Buchkritik von Karolin Kullmann
Nicht umsonst ist "Der stille Herr Genardy" das Buch, mit dem Petra Hammesfahr ein weiterer Erfolg als Schriftstellerin gelang, denn die Autorin erzählt überaus intelligent: Sie hält den Leser gekonnt bei Laune und gibt trotzdem nie mehr Informationen preis als notwendig. Ihre Erklärungen reichen zwar zum Verständnis des Inhalts aus, sind aber so rar gestreut, dass man aus dem Grübeln nicht mehr herauskommt und geradezu zum Weiterlesen gezwungen wird. Man erfährt wenig über den Mörder und dennoch ist man umgeben von einer düsteren, bedrohlichen Atmosphäre, die unheilvolle Ereignisse erahnen lässt. Besonders erwähnenswert ist die Perspektive: Hier wird nicht aus Sicht der Ermittler erzählt – das Besondere ist, dass von Beginn an klar ist, wer der Mörder ist. Der Leser betrachtet die Geschichte aus dem Blickwinkel des Mörders, weiß zu jedem Zeitpunkt, was er denkt und wie er handelt. So ist es noch nervenaufreibender, die Angehörigen im Ungewissen zu sehen und man möchte ihnen zurufen, wie sie vorgehen sollen.
"Der stille Herr Genardy" ist ein eher schweigsames, stilles Buch, das den Leser nicht durch actionreiche Handlungen in Atem hält, sondern psychologisch gekonnt angelegt ist und durch seine indirekten Andeutungen alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.
