Mia - Ein Leben im Versteck

Autor: Liza Marklund
Genre: Erlebnisbericht
Verlag: Rowohlt
ISBN: 3-499-22988-9
Erscheinungsdatum (D) 2002 Erschienen 1995
Seiten 416
Übersetzung Susanne Dahmann

Mia - Ein Leben im Versteck Gömda

Inhalt

Erzählt wird die Geschichte der schwedischen Flüchtlingshelferin Mia, die sich in einen Mann aus dem Libanon verliebt. Was als romantische Love-Story beginnt, gipfelt bald in einen Alptraum. Zuerst sind es nur ganz versteckte Anzeichen, die Mia nur allzu gerne übersieht: Er bittet sie, einen neuen Bikini nicht in der Öffentlichkeit zu tragen, wird immer eifersüchtiger und herrischer. Mia muss erkennen, dass ihr Traumprinz nicht ganz der ist, den sie zu kennen glaubte. Dann wird die junge Frau schwanger und der Wahnsinn des einst so geliebten Mannes kennt keine Grenzen mehr. Mia bleibt nur noch eine Möglichkeit: Sie muss sich von ihrem Verlobten trennen.

Alles scheint doch noch gut zu werden für die junge Mutter - sie hat zwar schwere seelische (und körperliche) Verletzungen davongetragen, findet aber eine neue Liebe und damit ein vermeintlich neues Glück. Doch ihr ehemaliger Verlobter lässt ihr keinen Frieden - er und seine Kumpane terrorisieren die kleine Familie und nach Mias Hochzeit mit ihrem neuen Freund Anders eskalieren Gewalt und Terror. Irgendwann wird klar, dass der Familie nur noch die Flucht bleibt. Doch egal, wohin sie auch fliehen, immer wieder werden sie von der skrupellosen Bande aufgespürt, bis sie nur noch einen Ausweg sehen: Ihre Heimat und alle geliebten Menschen zu verlassen.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Immer wieder während des Lesens muss man sich erschüttert bewusst machen, dass es sich hier tatsächlich um eine wahre Begebenheit handelt. Was die Autorin Liza Marklund zusammen mit Maria Eriksson, die diese Geschichte wirklich erlebt hat, erzählt, ist manchmal kaum auszuhalten. Und doch hat man bei jedem einzelnen Wort das Gefühl, mit der Realität konfrontiert zu werden - einer Realität, die kaum vorstellbar ist. Die Autorin vermittelt durch ihren eindringlichen Erzählstil das Gefühl latenter Bedrohung und Gefahr - ein Gefühl, das den Leser während der Lektüre nie ganz loslassen will. Obwohl es sich bei den Peinigern der Frau um Libanesen handelt, gibt es glücklicherweise keinerlei rassistischen Untertöne - ganz im Gegenteil wird hier einer fremden Kultur trotz allem mit Respekt begegnet.

Dies ist ein Buch vor allem für all jene, die der Meinung sind, Deutschland solle keine Flüchtlinge aufnehmen. Hier wird nämlich deutlich, wie schnell jemand in die Situation geraten kann, sein eigenes Land verlassen und irgendwo anders um Asyl bitten zu müssen. Hierbei kommt es weder auf die gesellschaftliche Stellung noch auf die finanzielle Situation an - eine solche Geschichte könnte jedem von uns geschehen. Sehr nachdenklich stimmen deshalb auch die letzten Worte, die Maria Eriksson direkt an die Leserinnen richtet, die von Männern geschlagen und gedemütigt werden - Worte, die sicherlich mehr Frauen betreffen, als wir ahnen.

Die schwedische Bestsellerautorin erzählt die wahre Geschichte von Maria Eriksson in den Romanen

Mia – Ein Leben im Versteck
Mias Flucht – Der Weg in die Freiheit

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