Vendetta

Death and Judgment

Vendetta

Autor Donna Leon Genre Krimi
Verlag Diogenes
ISBN 3-257-23100-8
Übersetzung Monika Elwenspoek Erscheinungsdatum (D) folgt   
Erschienen 1998  Seiten 352

Inhalt

In den Bergen zwischen Norditalien und Österreich verunglückt ein LKW. Offiziell hat dieser Kiefernbretter geladen. Inoffiziell verlieren dabei acht illegal geschmuggelte Rumäninnen ihr Leben. Diese Geschichte verschwindet bald wieder aus den italienischen Zeitungen, aber sie soll später eine Rolle bei den Ermittlungen des Commissario Brunetti spielen. Dieser recherchiert den Mord an Anwalt Carlo Trevisan. Noch während er mit diesem Fall beschäftigt ist, geschieht ein weiterer Mord an einer Person des öffentlichen Lebens, der jedoch an offizieller Stelle als Selbstmord deklariert wird und auf den ersten Blick nicht mit dem ersten Fall zusammenhängt. Brunettis Ermittlungen gestalten sich immer schwieriger und es stellt sich heraus, dass diese Geschichte größere Dimensionen annimmt als erwartet und ihn in die Welt der Prostitution und des Frauenhandels führt. Aufgrund der korrupten Arbeitsweise von Polizei und Politik wird ihm die Aufgabe nicht leicht gemacht, doch mit Hilfe seiner Tochter, einer Sekretärin und anderen „Helfershelfern" gelingt es ihm – wenn auch nicht ohne selbst dabei „ein bisschen" korrupt und unmoralisch zu sein – den Fall zu lösen.

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 4 von 5 Bs Donna Leon verzichtet völlig auf Dramaturgie. Mit dem harmlosen Schreibstil eines Dürrenmatt führt sie uns ahnungslos an einen Abgrund. Der Blick von diesem Abgrund ist ein Blick in die Realität. Diese ist dramatisch genug, ist dem Leser doch klar, dass solche Dinge allerorts passiert sind und immer noch passieren. Ist die Grenze zum Illegalen erst einmal überschritten, scheint es bald keine Moral und kein Gewissen mehr zu geben. Eine schale Frage jedoch bleibt dem aufmerksamen Leser: Gibt es „ein bisschen korrupt" oder „ein bisschen illegal"? Oder befindet sich Commissario Brunetti, der, um an Informationen zu gelangen, einem Bekannten eine kleine Gefälligkeit tut, in einer Grauzone, auf einer Art neutralem Boden auf dem steht: „Der Zweck heiligt die Mittel"? Der Leser darf selbst entscheiden, denn Donna Leon bewertet ihre Charaktere in keiner Weise. Sie erzählt sehr sachlich und lebensnah, beinahe könnte man glauben, man wohne Tür an Tür mit Brunetti und seiner Familie.

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