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Kommende Buchkritiken
Königliche Krankheit
The Blood Doctor
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Autor
Barbara Vine
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 3-257-06345-8 Übersetzung Renate Orth-Guttmann Erscheinungsdatum (D) 2003 Erschienen 2002 Seiten 586 |
Inhalt
Martin schreibt an der Biographie seines Urgroßvaters, des 2. Lord Nanther, dessen Adelstitel er geerbt hat. Henry Nanther war Leibarzt von Queen Victoria und mit der Erforschung der "königlichen Krankheit", der Hämophilie, beschäftigt. Für seine Verdienste wurde er von der Königin in den Adelsstand erhoben. Bei den Recherchen über das Leben seines Urgroßvaters stößt Martin auf seltsame Ungereimtheiten, die für ihn keinen Sinn ergeben. Je mehr er über seinen Vorfahr und dessen oft sehr seltsames Verhalten erfährt, desto unsympathischer wird ihm dieser.
Gleichzeitig schlägt sich der 4. Lord Nanther mit privaten Problemen herum. Seine Frau Jude wünscht sich sehnlich Kinder, erleidet aber eine Fehlgeburt nach der anderen. Ihm fällt es allerdings äußerst schwer, sie in ihrem Leid zu trösten, denn er selber hat bereits einen Sohn aus erster Ehe und könnte durchaus auch ohne ein zweites Kind glücklich sein. Zudem muss Martin um seinen Sitz im House of Lords fürchten - eine Aufgabe, die ihm sehr viel bedeutet und zudem auch gutes Geld einbringt. Als er bei seinen Nachforschungen auf verdächtig viele Bluter stößt, die sich im unmittelbaren Umfeld seines Urgroßvaters befunden hatten, fragt er sich mehr und mehr, wie viel das alles mit seinen eigenen Problemen zu tun hat.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Eine Geschichte, die sich auf den ersten Blick wirklich spannend anhört, aber insgesamt viel zu verwirrend geschildert ist. Zu viele Aspekte packt die Autorin in die eigentliche Geschichte, die dadurch leider sehr an Spannung verliert. Wenn der Leser nur noch damit beschäftigt ist, den beiliegenden Stammbaum der Familien Nanther und Henderson nach irgendwelchen Namen zu durchforsten, weil er wieder einmal nicht weiß, von wem gerade die Rede ist und in welchem Zusammenhang er zu den Ereignissen steht, dann ist das wirklich nicht gerade prickelnd. Auch die ausführlichen Schilderungen und Insiderdetails über das House of Lords sind für Nicht-Briten nicht eben aufregend.
Eindeutig punkten kann die Autorin allerdings durch die wirklich meisterliche Schilderung der Gepflogenheiten der viktorianischen Gesellschaft - hier werden dem Leser hochinteressante und teilweise auch erschreckende Einblicke geboten. Schade nur, dass es Barbara Vine diesmal nicht gelingen will, die Spannung durchgehend zu halten - immer, wenn man denkt, sich jetzt wirklich völlig in das Geschehen vertiefen zu können, kommt wieder ein Unterbruch. "Königliche Krankheit" schafft es deshalb nicht über das Mittelmaß hinaus...
Wissenswertes
Barbara Vine ist das Pseudonym der bekannten Krimiautorin Ruth Rendell.
