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Kommende Buchkritiken
Der große Gatsby
The Great Gatsby
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Autor
F. Scott Fitzgerald
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 3-257-06518-3 Übersetzung Bettina Abarbanell Erscheinungsdatum (D) 1953 Erschienen 1925 Seiten 249 |
Inhalt
Im New York der wilden zwanziger Jahre lernt der Erzähler Nick den mysteriösen Jay Gatsby kennen, der für die rauschenden Partys auf seinem großartigen Anwesen in Long Island weithin berühmt ist. Sofort ist Nick fasziniert von diesem charismatischen Selfmade-Millionär, um dessen Herkunft sich so manches Gerücht rankt. Doch er ist nicht der einzige, den es immer wieder nach der Gesellschaft von Gatsby verlangt - dessen Haus ist jedes Wochenende belagert von swingenden, Champagner trinkenden Menschen, die aber nie zum eigentlichen Wesen Jays vorzudringen scheinen. Immer gut gelaunt und doch seltsam oberflächlich - so wirkt er auf unseren Erzähler. Bis Daisy ins Spiel kommt! Es stellt sich heraus, dass diese Frau die verlorene Liebe Gatsbys ist, auf die er seit fünf Jahren wartet, die aber selbst inzwischen geheiratet hat. Daisy ist alles, worauf sich das Denken und Sehnen dieses Mannes konzentrieren - nur leider ist sie eben nicht ungebunden. Als die junge Frau ihrem Ehemann die Liebe zu Jay eingesteht, kommt es zum dramatischen Showdown....
Buchkritik von Stefanie Rufle
Dieses Buch scheint ein Spiegelbild zu sein für die Zeit, in der Fitzgerald gelebt hat, und offensichtlich beschreibt es auch genau die Kreise, in denen sich der Autor selbst bewegt hat. Viele Schilderungen in diesem Roman sind an Dekadenz kaum noch zu überbieten, erzählen aus einer Zeit, von der sich kaum ein Leser vorstellen kann, dass sie so wirklich einmal existiert hat. Gleichzeitig wirkt die Geschichte unheimlich modern in der Sprache, was sicherlich an der großartigen Neuübersetzung liegt - hier hat die Übersetzerin wirklich ganze Arbeit geleistet!
Die Geschichte vom großen Gatsby ist faszinierend und zugleich tieftraurig. Sie erzählt von dem mehr oder weniger zufälligen Zusammentreffen mehrerer Menschen, die jeder in irgendeiner Form einen anderen aus dieser Runde für ihre Zwecke benutzen. Und sie erzählt von einer großen Liebe, die irgendwann als romantische Illusion entlarvt wird. "Der große Gatsby" ist ein ungeheuer lebendig erzähltes Buch, das einem aber gleichzeitig immer wieder das merkwürdige Gefühl gibt, es wäre irgendwie zu kurz geraten - enorm viele Dinge geschehen hier in kürzester Zeit. Fitzgerald ist ein wirklich beeindruckender Roman gelungen, von dem Paul Ingendaay (der auch ein sehr ausführliches Nachwort geschrieben hat) sagt: "Müsste ich einen Roman auswendig lernen, es könnte nur Der große Gatsby sein."

