Vincent

Torture the Artist

Vincent

Autor Joey Goebel Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 3-257-06485-3
Übersetzung Hans M. Herzog und Matthias Jendis Erscheinungsdatum (D) 2005   
Erschienen 2004  Seiten 432

Inhalt

"New Renaissance" hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus hochbegabten Kindern Künstler zu machen, die echte Meisterwerke erschaffen werden. Dahinter steht der alte und todkranke Medientycoon Foster Lipowitz. Sein ganzes Leben hat er damit zugebracht, die Menschheit mit seichter und minderwertiger Unterhaltung zu überhäufen und jetzt, kurz vor seinem Tod, plagt ihn das schlechte Gewissen. Um aber aus diesen noch unbedarften Kindern wirkliche Künstler zu machen, müssen diese erfahren, was echtes Leid ist - denn ohne Leid keine Kunst, so Lipowitz´Theorie. Also stellt er "Manager" an, so genannte Beschützer, die dafür sorgen, dass permanentes Leiden den Weg der Künstler begleitet.

Einer von ihnen ist Harlan, der auf Vincent Spinetti, den talentiertesten Schüler von "New Renaissance" angesetzt wird. Und Harlan macht seine Arbeit wirklich gut - er sorgt dafür, dass Vincents Leben die Hölle auf Erden wird. Der Plan geht auf, je schlechter es Vincent geht, desto besser wird seine Arbeit und bald schon fährt er Riesenerfolge für die Firma ein. Doch dank Harlans Bemühungen bewegt sich das Leben des Künstlers immer mehr am Rande des Abgrunds - und das Fatale ist, dass der Beschützer seinen Schützling zu sehr liebt, um ihn vor die Hunde gehen zu lassen...

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Eine Idee, die ebenso faszinierend wie beängstigend ist. Muss ein Mensch wirklich leiden, um wahre Kunst zu erschaffen? Wenn wir uns einmal die wirklich großen Künstler ansehen, scheint der Gedanke gar nicht so abwegig zu sein. Beschützer, die dafür sorgen, dass den Genies die Ideen nicht ausgehen, indem sie für einen Dauerzustand des Unglücklichseins sorgen? Eine wahnwitzige, bizarre Idee, die von einem Autor kommt, der bei Erscheinung seines Buches gerade mal 24 Jahre alt war!

Man kann von Joey Goebel wohl von einem Ausnahmeschriftsteller sprechen, dessen Buch nur scheinbar eine Satire ist. Ihm ist ein wunderbarer Roman gelungen, poetisch und gleichzeitig fast schon brutal, voller weiser Einsichten und anrührender Charaktere, die einen zutiefst berühren. Eine Geschichte, die immer wieder an die "Truman-Show" erinnert und doch auch wieder völlig anders ist - ergreifend und genial!

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