Der Ritter

The Knight: Book one of The Wizard Knight

Der Ritter

Autor Gene Wolfe Genre Fantasy
Verlag Klett-Cotta
ISBN 3-608-93775-7
Übersetzung Jürgen Langowski Erscheinungsdatum (D) 2006   
Erschienen 2004  Seiten 564

Inhalt

Als der junge Art bei einem Spaziergang unbemerkt in die Welt Mythgarthr eintaucht, hat er nicht das Gefühl seiner Heimat Amerika entrissen zu sein. Vielmehr glaubt er diese neue Umgebung zu erkennen. Von der weisen Parka wird ihm eine heldenhafte Zukunft als Sir Able of the High Heart prophezeit und obwohl er nicht so recht daran glaube will, machen ihn die Abenteuer die er zu besteht hat Stück für Stück zu eine wahren Ritter und Helden. Von der undurchsichtigen Alfarkönigin Disiri wird er zum Mann gemacht und auf die Suche nach dem Schwert Eterne geschickt. Die Reise birgt viele Gefahren, bringt Sir Able aber auch treue neue Freunde.

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 2 von 5 Bs Von den englisch/amerikanischen Quellen über den grünen Klee gelobt, mag einem die Kaufentscheidung für dieses Buch von Gene Wolfe leicht gefallen sein. Unterm Strich bleibt nach der Lektüre jedoch ein äußerst unbefriedigendes Gefühl zurück. Dieses besondere Mitfiebern mit dem Helden der Geschichte, das Miterleben seiner Abenteuer will sich einfach nicht einstellen. Das mag daran liegen, dass der Autor seine Geschichte in viele kurze Kapitel eingeteilt hat. Mal folgte mit dem neuen Kapitel die nahtlose Weiterführung des Dialogs, mal macht die Geschichte einen solchen Sprung, dass man sich erst mehrer Seite um Orientierung bemühen muss. In jedem Fall wird der Lesefluss immer wieder gestört. Außerdem verzichtet Wolfe im ersten Drittel des Buches fast vollständig auf die Schilderung von Emotionen. Begründung hierfür ist die Tatsache, dass das komplette Buch ein Brief der Hauptfigur Art alias Sir Able an seinen großen Bruder Ben ist und dieser sich erst ab Seite 118 darauf besinnt, dass es auch interessant wäre zu erläutern, wie er sich den bei all den phantastischen Abenteurern so gefühlt hat. Ab Seite 119 hat Sir Abel dann aber ein Einsehen und die Geschichte wird dadurch wesentlich, sagen wir einmal, bunter. Leider sind bis dahin die Sympathien für die Hauptfigur aber auch schon so gut wie „den Bach runter“ und haben einem gewissen Eindruck von Arroganz Platz gemacht. Die Weggefährten von Sir Able, der im Laufe der Handlung vom unreifen Teenager zum unerschrockenen Helden und Ritter mutiert, sind da schon positiver. Besonders die tierischen Freunde des Ritters, wie der sprechende Hund Gylf und der etwas vorlaute Kater Mani, sind klasse. Insgesamt muss man aber festhalten, dass sich die gesamt Handlung einfach zu sehr an der Oberfläche bewegt, es fehlt sowohl den Ereignissen als auch den Personen an Tiefe. Zu Gunsten der Masse der unterzubringenden Einfälle wurde von Wulfe auf eine ausführlichere Erzählweise verzichtet. Die zeigt sich unter anderem darin, dass die Geschichte voll gepackt ist mit Andeutungen auf spätere Ereignisse, die man sich aufgrund der Fülle aber gar nicht alle merken kann und ihnen damit unweigerlich nicht mehr die gebotene Aufmerksamkeit schenkt.

Warum man dieses Buch dennoch zu Ende lesen sollte? Ein guter Grund ist der unglaubliche Ideenreichtum von Gene Wolfe. Er hat hier, inspiriert durch die altnordische Sagenwelt der Edda, eine neue phantastische Welt geschaffen. Grundsätzlich bietet „Der Ritter“ zudem alle Zutaten einer klassischen Heldengeschichte.

Wissenswertes

Die Mythgarthr-Saga umfasst folgende Bände:
Band 1:
Der Ritter
Band 2:
Der Zauberer

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