Die Heimkehr

Die Heimkehr

Autor Bernhard Schlink Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 3-257-06510-8
Erscheinungsdatum (D) 2006   Seiten 375

Inhalt

Peter Debauer verlebt in seiner Kindheit zahllose glückliche und unbeschwerte Ferien bei seinen Großeltern in der Schweiz. Es sind die Eltern seines Vaters, der nach dem Krieg nicht zurückkam und den Peter nie kennen lernen konnte. Abends leistet er den Großeltern Gesellschaft, während sie Heftchenromane Korrektur lesen - damit verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt. Ihr Enkelsohn bekommt die Korrekturbögen als Sudelpapier, muss allerdings versprechen, die Rückseiten nicht zu lesen - woran dieser sich allerdings nicht hält. Eines Tages liest er die Geschichte eines deutschen Soldaten, der aus Sibirien heimkehrt und seine Frau mit einem anderen Mann an ihrer Seite und dessen Kind auf ihrem Arm vorfindet. Den Schluss erfährt Peter nicht - gerade diese Korrekturbögen hat er leider schon beschrieben und weggeworfen.

Jahre später, Peter Debauer ist inzwischen ein erwachsener Mann, erinnert er sich plötzlich wieder dieser tragischen Geschichte und er setzt alles daran, das Ende zu erfahren. Auf der Suche nach dem unbekannten Autor begegnet er Barbara, einer Frau, die ihn mit ihrer Unbefangenheit völlig entwaffnet. Aus anfänglicher Freundschaft wird eine Liebe, mit der Peter niemals gerechnet hätte und die so manches, an das er im Leben fest geglaubt hat, über den Haufen wirft. Neben dieser neuen Liebe existiert aber nach wie vor der heftige Wunsch, dem Geheimnis des ominösen Heftchenromans auf die Spur zu kommen und auf dieser Suche nach einem Autor, der immer wieder seine Spuren verwischt hat, begegnet Peter sich selbst. Er hat sich, fast ohne es zu merken auf eine Odyssee begeben, die ihn vielleicht zu seinen Wurzeln und dem Geheimnis seiner Herkunft führen wird.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Ein wunderbares Buch! Bernhard Schlink schreibt so klar und schlicht in einer meisterhaften Sprache, dass das Lesen zum Hochgenuss wird. Diese Geschichte ist überaus intelligent erdacht, erzählt von den furchtbarsten Geschehnissen des 20. Jahrhunderts, ohne aber moralisierend zu wirken und hält auch noch eine spannende Handlung in der Gegenwart bereit. Überaus gekonnt sind die Ausflüge in die klassische Literatur, wie in die "Odyssee" und "Kleider machen Leute", die der Autor mit der Handlung seines Buches verwebt.

"Die Heimkehr" erzählt, ohne zu werten von Personen, die lebendig sind und von denen man doch nicht alles erfährt - da kann man nur sagen: "Bravo Herr Schlink, dies ist ein wirklich gelungenes Buch!"

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