Die Gedächtniskünstler

Memory Artists

Die Gedächtniskünstler

Autor Jeffrey Moore Genre Roman
Verlag Eichborn
ISBN 3-8218-5746-3
Übersetzung Klaus Modick Erscheinungsdatum (D) 2006   
Erschienen 2004  Seiten 384

Inhalt

Noel Burun ist Synästhetiker, das heißt er nimmt Gerüche, Stimmen, Buchstaben, Zahlen und Musik farbig war. Diese Fähigkeit bewirkt, dass er sich an fast alles, was je in seinem Leben passiert ist, erinnern kann.
Seine Mutter Stella hingegen leidet mit nur 56 Jahren bereits an Alzheimer. Verzweifelt versucht Noel gegen den fortschreitenden Gedächtnisverlust seiner Mutter anzukämpfen. In einem Labor im Keller seines Hauses forscht er unablässig nach einem Heilmittel.

Dann ist da noch Norval Blaquière, Noels Freund, der ihm äußerlich bis aufs Haar gleicht und innerlich so fremd ist. Er nimmt an einem umstrittenen Kunstprojekt teil, bei dem es gilt in 26 Wochen 26 Frauen in alphabetischer Reihenfolge ins Bett zu kriegen.
Eine seiner Eroberungen, Samira Darwish, bringt Noels Leben gründlich durcheinander. Ebenso sein alter Jugendfreund Jean-Jacques Yelle, der, nachdem sein Haus abgebrannt ist, bei Noel einzieht.

Diese 5 unterschiedlichen Personen sind auf eine rätselhafte Art miteinander verknüpft und gemeinsam gelingt ihnen Großes.

Buchkritik von Johanna Dessecker

Johanna vergibt 5 von 5 Bs „Die Gedächtniskünstler“ ist das außergewöhnlichste und rätselhafteste Buch, das ich je gelesen habe. Anfangs musste ich zwar noch damit warm werden, dachte schon daran, es wegzulegen, weil ich es so seltsam fand. Doch nach den ersten 3 Kapiteln war ich in den Bann von Jeffrey Moores Geschichte gezogen. Ein faszinierender Erzählstil und eine unglaubliche, fesselnde Geschichte treffen in diesem Roman aufeinander.

Jeffrey Moore führt seine Leser immer wieder an der Nase herum und verwirrt sie mit diversen Kunstgriffen, die man so noch nie gelesen hat. Er geht sogar so weit, einen fiktiven Kommentator, einen Psychologieprofessor, der seinen Text mit wissenschaftlichen Fußnoten versieht, einzusetzen. Am Ende weiß man fast nicht mehr, ob die Geschichte wahr oder frei erfunden ist.
Die Handlung selbst ist extrem verschachtelt und stellenweise unübersichtlich. Was dem Leseerlebnis jedoch nicht schadet. Ich fand es großartig, endlich mal wieder ein Buch zu lesen, das mich als Leser auch fordert. Deshalb halte ich „Die Gedächtniskünstler“ auch für überaus empfehlenswert, besonders wenn man gerne Bücher liest, die vom Mainstream abweichen und den Mut hat, sich auf ein großes Rätselraten einzulassen…

Den Preis der Canadian Authors Association als „bester kanadischer Autor des Jahres 2005“ hat sich Jeffrey Moore mit diesem Buch jedenfalls wirklich verdient.

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