Farm der Tiere

Autor: George Orwell
Genre: Erzählung
Verlag: Diogenes
ISBN: 3-257-20118-4
Erscheinungsdatum (D) 1946 Erschienen 1945
Seiten 132
Übersetzung Michael Walter

Farm der Tiere Animal Farm

Inhalt

Mr. Jones ist der Besitzer einer Farm – der Herrenfarm – auf der viele Tiere leben. Die Tiere haben bei ihm kein einfaches Leben: Mr. Jones beutet sie aus, lässt sie zu hart arbeiten und zu wenig essen. Bald macht sich eine große Unzufriedenheit unter den Tieren breit. Aus diesem Grund beruft ein alter Keiler namens Old Major eines Tages alle Tiere zu einer Versammlung ein und berichtet ihnen von einer Vision, die ihm kürzlich im Traum erschienen war: Er träumte davon, die Menschen zu vertreiben, die Knechtschaft der Tiere aufzuheben und ihnen alle Produkte ihrer Arbeit zukommen zu lassen, so dass sie nie wieder Hunger leiden müssen. Doch kurz darauf stirbt Old Major und die Schweine Schneeball und Napoleon übernehmen die Führung. Unter ihrer Leitung wird eine Revolution auf der Farm durchgeführt und Mr. Jones vertrieben. Die Tiere sind nun frei, benennen die Herrenfarm in die Farm der Tiere um und stellen sieben Regeln für ihr künftige Zusammenleben auf, allen voran die wichtigste Regel: „Alle Tiere sind gleich“.
Aber die Vision von Old Major wird nicht dauerhaft verwirklicht, denn schon nach kurzer Zeit müssen die Tiere sich erneut unterdrücken lassen, diesmal jedoch nicht von Menschen, sondern von ihren Artgenossen...

Buchkritik von Karolin  Kullmann

„Farm der Tiere“ ist nicht umsonst die bekannteste Fabel des 20. Jahrhunderts, denn George Orwell schuf mit ihr ein Lehrstück, das es in sich hat.
So harmlos ihr Inhalt klingen mag, so messerscharf und ernst sind doch die Aussagen der Fabel. Orwell beschreibt darin die geschichtlichen Begebenheiten im frühen 20. Jahrhundert: Im Oktober 1917 gab es in Russland eine Revolution mit dem Ziel die Zarenherrschaft zu stürzen und die Idee vom Sozialismus zu verwirklichen. Doch letztendlich gab es nur einen Machtwechsel, durch den sich die Grundsätze in Russland nicht veränderten – an die Stelle des Zaren trat nun Josef Stalin als Diktator. Durch seine Fabel übt Orwell indirekt und doch äußert offensichtlich Kritik an der Diktatur Stalins und versucht die wahre Idee des Sozialismus wiederzubeleben.
Es ist brillant, wie er seinen Tieren – den Akteuren der Fabel - bestimmte Charakterzüge verliehen hat, denn mit ein wenig geschichtlichem Hintergrundwissen lassen sich in ihnen Personen wie Stalin oder Karl Marx erkennen.
Obwohl Orwell eine sehr einfache, ja sogar kindliche Sprache verwendet hat, ist es anfänglich schwer, seine Gedanken zu den Aussagen des Buches zu ordnen, nicht der Verständlichkeit sondern der beeindruckenden Komplexität des Werkes wegen. Damit beweist der Autor, dass auch auf einfache Art viel gesagt werden kann, denn „Farm der Tiere“ beinhaltet neben genannten Kritikpunkten auch eine Warnung: Macht lädt immer dazu ein, sie zu missbrauchen. Wer Macht besitzt, wird schnell süchtig danach und vergisst darüber alle moralischen Grundsätze und Prinzipien.

Mit seinen äußert pessimistischen Zügen ist „Farm der Tiere“ ein Werk, das wahrlich nachdenklich stimmt und den Leser so schockiert, dass er die Grundaussagen des Werkes nicht so schnell vergisst.

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