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Kommende Buchkritiken
Ladylike
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Autor
Ingrid Noll
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 3-257-06509-4 Erscheinungsdatum (D) 2006 Seiten 324 |
Inhalt
Lore und Anneliese, zwei alte Freundinnen, haben sich mit ihrem Schicksal arrangiert. Beide - mehr oder weniger freiwillig - ohne Ehemann zurückgeblieben, gründen eine WG in Annelieses Haus. Keinesfalls wollen die Damen im Alter von 73 aber schon zum alten Eisen gehören, schließlich sind auch sie noch nicht gegen die Liebe gefeit. Und die kommt in Gestalt des doch sehr charmanten Ewald, Annelieses erstem Freund, daher. Zu dumm nur, dass Lore und ihre Freundin sich in Ermangelung eines anderen passenden Kandidaten beide auf Ewald einschießen müssen, der seinerseits offensichtlich auch noch ein reges Liebesleben außerhalb der Frauen-WG führt.
Doch damit noch nicht genug wendet sich auch noch Rudi, der Lores Antiquitätengeschäft übernommen hat, Hilfe suchend an die beiden alten Damen, laufen doch die Geschäfte gar nicht mehr so, wie sie eigentlich sollten. So bricht das Gespann unversehens auf nach Baden-Baden, um dort einige antike Klunker an reiche Russen zu verschachern. Langeweile kommt bei den Freundinnen nicht auf und ein paar klitzekleine kriminelle Machenschaften halten sie für durchaus legitim. Doch auch auf ihrer Deutschlandrundreise, bei der sie sich von einem Studentenpärchen im Auto kutschieren lassen, gelten beider Gedanken vornehmlich dem geliebten Ewald. Um das Ziel ihrer Sehnsüchte zu erreichen, gilt es allerdings einige lästige Hindernisse aus dem Weg zu schaffen...
Buchkritik von Stefanie Rufle
In bewährtem Muster schildert Ingrid Noll, wie zwei alte Damen auf kriminelle Abewege geraten, ohne es eigentlich wirklich zu wollen, wie sie quasi ganz nebenbei über das Verbrechen stolpern. Herrlich zynisch erzählt die Autorin von ihren Protagonistinnen, malt ein zutiefst menschliches, sympathisches und skurriles Bild der beiden, kurz, man glaubt fast schon, sie vor sich zu sehen. Man kann sich beim Lesen eines Schmunzelns nicht erwehren, wenn Noll die kleinen Marotten und Schrullen Lores und Annelieses so liebevoll beschreibt.
Doch fehlt dieser Geschichte etwas, was man beispielsweise an "Der Hahn ist tot" oder "Die Apothekerin" so geliebt hat. Diesen bitterbösen Humor, diese Perfidie, die ihre früheren Bücher ausgemacht haben, sucht man hier vergebens. "Ladylike" ist ein wirklich komisches Buch, bei dem man eins ums andere Mal herzhaft auflachen kann, nette Unterhaltung, die einen Nachmittag lang vom Alltag ablenken kann - aber auf das, was man von Ingrid Noll gewohnt ist, wartet man hier vergebens.
