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Kommende Buchkritiken
Leo Kaplan
Kaplan
|
Autor
Leon de Winter
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 3-257-23317-5 Übersetzung Hanni Ehlers Erscheinungsdatum (D) 2001 Erschienen 1986 Seiten 544 |
Inhalt
Der Schriftsteller Leo Kaplan ist notorischer Ehebrecher. Als Leo fast vierzig ist, hat seine Ehefrau Hannah genug von den Eskapaden ihres potenten Gatten - sie reicht die Scheidung ein. Doch mit der Trennung von Hannah ist nicht nur seine Ehe beendet, nein, auch das Schreiben will ihm nicht mehr so ganz gelingen. Kurz gesagt: Leo hat eine Schreibblockade und muss endlich anfangen, sich Gedanken über sein Leben an sich und seinen Umgang mit Frauen im Besonderen zu machen.
Just in dieser Zeit der schweren Identitätskrise läuft ihm überraschend seine große Jugendliebe Ellen über den Weg, die er seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Alles kommt wieder in ihm hoch - die glückliche Zeit ihrer anfänglichen Verliebtheit, die Käseglocke, unter der nur sie zwei sich befanden, abgeschottet vom Rest der Welt und die Geschehnisse, an denen alles zerbrach. Leo muss erkennen, dass er nie wirklich von Ellen losgekommen ist, dass alle Frauen, die nach ihr kamen, immer nur ein billiger Ersatz waren. Doch es müssen noch einmal zwei weitere Jahre vergehen, bis es zu einer Aussprache zwischen Ellen und Leo kommen kann.
Buchkritik von Stefanie Rufle
"Leo Kaplan" ist ein traurig-komisches Buch, humorvoll und abenteuerlich, raffiniert und unterhaltsam erzählt. Der niederländische Autor Leon de Winter ist wahrlich ein Virtuose, ihm ist ein erstaunliches Buch gelungen, das für manche Überraschung gut ist. Viele kleine Geschichten sind in dieser Erzählung versteckt, die aber alle zum Schluss in einen Zusammenhang gebracht werden.
Es geht hier um die Suche nach den eigenen Wurzeln, um die Sehnsucht nach der großen Liebe und um die großen Lügen des Lebens. Der Autor erzählt leichtfüßig, poetisch und manchmal ziemlich derb eine großartige Geschichte, die zu Tränen rühren kann und gleichzeitig die Lachmuskeln des Lesers arg strapaziert.
