Krieg der Welten

Autor: H.G. Wells
Genre: Science Fiction
Verlag: Diogenes
ISBN: 3-257-23537-2
Erscheinungsdatum (D) 1901 Erschienen 1898
Seiten 337
Übersetzung G.A. Crüwell, Claudia Schmölders

Krieg der Welten The War of the World

Inhalt

Was passiert, wenn eine sich bis dahin als Krone der Schöpfung sehende Menschheit praktisch über Nacht eines Besseren belehrt wird, einer Weltmacht wie dem Vereinigte Königreich mit einem Streich ihre militärische Unterlegenheit vor Augen geführt wird? Panik und Chaos, aber auch ungläubiges Nicht-begreifen-können erfasst die Menschen, als die Marsbewohner zur Invasion auf die Erde ansetzen. Technisch weit überlegen, beginnen sie zunächst England zu unterjochen. Binnen weniger Tage zerfällt die bekannte Ordnung der Dinge und es herrscht der Mob. Ein Augenzeugenbericht.

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Auch aus heutiger Sicht jagt einem das Szenario, das H.G. Wells in seinem Science-Fiction-Klassiker „Krieg der Welten“ entwirft, eiskalte Schauer über den Rücken. Heute noch beschauliche Ruhe und Ordnung, morgen schon grausige Marsbewohner auf dreibeinigen Maschinen, die sich menschliches Blut intravenös als Nahrung zuführen. Wenn man bedenkt, dass der Autor die Geschichte 1898 schrieb, als Computer mit Spracherkennung und Weltraumfahrten noch völlig undenkbar waren, kann man sich ungefähr vorstellen, welche Wirkung seine Utopie auf die ersten Leser hatten. Zumal Wells mit korrekten Ortsangaben arbeitet. Der ungeheure Ideenreichtum und die Detailgenauigkeit fasziniert auch heute noch. Und der Eindruck, einen Tatsachebericht zu lesen ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Was verhinderte, dass die Geschichte einen wirklich gefangen nimmt, ist zum einen die anonyme Ich-Perspektive des Erzählers, der bis zum Schluss namenlos bleibt und zu anderen die Sprache. Es mag an der Übersetzung liegen oder schlicht an der Tatsache, dass die Geschichte bereits einige Jährchen auf dem Buckel hat. Gespanntes flüssiges Lesevergnügen will sich einfach nicht einstellen. Einzig das Gespräch der Hauptfigur mit dem Artilleristen über die Entwicklung der Menschen unter der Herrschaft der Marsianer empfindet man als zeitlos aktuell. Trotz aller Kritikpunkte hat H.G. Wells es dennoch geschafft, dass seine Geschichte ein beklemmendes Gefühl in der Magengegend zurück lässt.

H.G. Wells hatte „Krieg der Welten“ als Satire auf die Kolonialpolitik des Empires angelegt.

Die Geschichte lief 1938 als von Orson Wells produziertes Hörspiel im Radio und löste eine wahre Massenpanik aus, da die Hörer an einen Tatsachenbericht glaubten.

2005 wurde der Stoff von Steven Spielberg zuletzt für das Kino adaptiert. Die Handlung wurde jedoch ins Heute verlegt. Wer eine Eins-zu-Eins –Umsetzung erwartet wird daher enttäuscht sein.

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