Die Macht des Zweifels

Perfect Match

Die Macht des Zweifels

Autor Jodi Picoult Genre Roman
Verlag Piper
ISBN 3-492-24254-5
Übersetzung Ulrike Wasel und Klaus Timmermann Erscheinungsdatum (D) 2003   
Erschienen 2002  Seiten 430

Inhalt

Nina Frost ist eine junge, erfolgreiche Staatsanwältin, die tagtäglich bei ihrer Arbeit mit Kindesmissbrauch zu tun hat. Gleichzeitig ist Nina aber auch Mutter, ihr Sohn Nathaniel bedeutet ihr mehr, als alles andere auf der Welt. Als sie entdeckt, dass Nathaniels seltsames Verhalten in der letzten Zeit auf sexuellen Missbrauch zurückzuführen ist, ist sie völlig außer sich. Die sonst so beherrschte und sachliche Staatsanwältin bricht fassungslos zusammen. Schlimmer aber als alles andere ist, dass der kleine Nathaniel von einem Tag auf den anderen verstummt ist. Egal, wie sehr seine Eltern sich bemühen, ihn zum Sprechen zu bringen, er ist einfach nicht in der Lage, ihnen den Namen des Täters zu nennen.

So sind Polizei und Staatsanwaltschaft gezwungen, sich allein auf Indizien zu stützen. Als es dann aber doch zu einer Gerichtsverhandlung kommt, geschieht etwas, mit dem keiner gerechnet hätte, etwas, das Ninas bisheriges Leben von Grund auf verändern wird. Nichts wird mehr so sein, wie es war...

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 3 von 5 Bs Diese Geschichte kann einem wahrhaftig an die Nieren gehen! Hier wird eine Familientragödie erzählt, der es an psychologischer Spannung wirklich nicht mangelt! Fast unerträglich sind die Sequenzen, in denen der Missbrauch aus Nathaniels Sicht geschildert wird. Picoult schreibt, als könne sie in die Seele eines missbrauchten Kindes blicken. Gleichzeitig fehlt es diesem Roman so gänzlich an Pathos – stellenweise ist es aber auch nur diese kühle Sachlichkeit, die die Geschichte davor bewahrt, ins Kitschige abzugleiten.

Jodi Picoult schildert sehr überzeugend, wie ein traumatisches Ereignis das Leben einer Familie nachhaltig verändern, wie plötzlich alles in sich zusammenfallen kann – und das gelingt ihr mit Bravour. Weniger gelungen und ziemlich an den Haaren herbeigezogen allerdings ist das Ende dieser gut erzählten Geschichte. Schade eigentlich, denn ansonsten ist dies ein durchaus empfehlenswertes Buch.

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