Der Fluch der Schriftrollen

The Magdalene Scrolls

Der Fluch der Schriftrollen

Autor Barbara Wood Genre Historischer Roman
Verlag Fischer
ISBN 3596150310
Übersetzung Xénia Gharbi Erscheinungsdatum (D) 1994   
Erschienen 1978  Seiten 298

Inhalt

Als Schriftenkundler Benjamin Messer von seinem alten Professor die Photos einer mysteriösen Schriftrolle zur Übersetzung zugeschickt bekommt, ist er wie elektrisiert. Was sein alter Freund da im Sand von Israel gefunden hat könnte eine absolute Sensation werden. Die zweitausend Jahre alten Handschriften sind nicht nur gut erhalten, sondern könnten auch wesentliche Details der Geschichte in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Allein, dass der Autor, der Jude David Ben Jona, die Aufzeichnung mit dem Fluch Mose belegte, lässt Benjamin auf einen spektakulären Inhalt schließen. Je mehr Text der junge amerikanische Wissenschaftler übersetzt, desto tiefer gerät er in Davids Geschichte. Bald leidet er zwischen den Postsendungen aus Israel sogar körperliche Qualen, so sehr nimmt ihn die Erzählung gefangen. Mehr noch, er beginnt zu glauben selber David zu sein. Sollte der Fluch doch mehr gewesen sein, als eine leere Drohung?

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 1 von 5 Bs Nicht überall, wo Barbara Wood draufsteht, ist auch eine gute Geschichte drin. „Der Fluch der Schriftrollen“ ist eindeutig eines der schwachen Bücher der Erfolgsautorin. Der Titel erweist sich hier bereits als absolute Mogelpackung. Um besagten Fluch geht es in dem Buch nur ganz am Rande. Daher wäre „Warten auf die nächste Schriftrolle“ wohl der passendere Buchtitel gewesen. Genau daraus besteht nämlich die eine Hälfte der Geschichte. Und damit der Leser nicht zu viel denken muss, wird dieses Warten einfach in leicht abgewandelter Form immer wieder als Zwischenepisode eingeflochten. Schriftenkundler Ben Messer wartet einfach immer nach dem gleichen Schema. Auch die kleine Liebesgeschichte mit seiner Studentin ist dabei so simpel und vorhersehbar, dass sie wenig Abwechslung bringt. Überhaupt bleiben die Charaktere der Gegenwartsseite der Geschichte seltsam platt und uninteressant. Auch die Geschichte des jüdischen Geschäftsmannes David Ben Jona, die den Inhalt der Schriftrollen bildet, und die der Leser immer nach dem Ende einer Wartepause zu lesen bekommt, ist nicht viel spannender. Letztlich läuft diese auf das altbekannte „Mann liebt Frau des besten Freundes- Thema“ hinaus. Dabei wäre die Grundthematik, die Lebensbeichte eines Mannes der in der Zeit nach der Kreuzigung Jesu gelebt hat und die Anfänge der Christen erlebte, für einen historischen Roman durchaus interessant gewesen. Jeder Anflug von Spannung oder Mitfiebern wird jedoch durch die langatmige und ereignisarme Erzählweise im Keim erstickt. Am Ende ist man einfach nur glücklich die letzte Seite erreicht zu haben und das Buch endlich wegräumen zu können.

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