Kinder am Ende der Straße

Roadwalkers

Kinder am Ende der Straße

Autor Shirley Ann Grau Genre Roman
Verlag Wunderlich
ISBN 3-499-26132-4
Erscheinungsdatum (D) 1997   
Erschienen 1994  Seiten 335

Inhalt

Ein kleinen Mädchens – ein Waisenkind ohne Heim, schwarz und namenlos – zieht jahrelang mit ihren Geschwistern durch die Südstaaten und versucht einfach nur zu überleben. Nach und nach schrumpft die Gruppe jedoch immer weiter zusammen, bis nur noch das kleine Mädchen und einer ihrer Brüder übrig sind. Das kleine Mädchen gelangt nun auf Umwegen in ein Waisenhaus für schwarze Kinder und erhält endlich eine Identität und einen Namen: Mary Woods.
Mary Woods lernt nun richtig zu sprechen, geht zur Schule und bekommt den Umgang mit anderen Menschen beigebracht. Doch sie kann sich nie völlig an diese neue Welt gewöhnen und bald geht sie wieder ihrer eigenen Wege...

Viele Jahre später erzählt Marys erwachsene Tochter Nanda Woods, wie ihre Mutter ihr weiteres Leben bestritt, wie sie, Nanda, die gemeinsamen Stunden mit ihrer Mutter erlebte und welchen Verlauf ihr eigenes Leben nahm.

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 5 von 5 Bs „Kinder am Ende der Straße“ ist nicht lustig oder traurig, weder schön noch rührend – es ist einfach anders und auf eigentümliche Art und Weise faszinierend. Die Inhaltsangabe zum Roman erscheint wenig aussagekräftig, sogar ein bisschen fade und zäh, und so auch die ersten Seiten des Buches selbst. Aber nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten wurde es Seite für Seite immer besser, interessanter und eindrucksvoller.
Erzählt wird die Geschichte zweier farbiger Frauen, die in dieser Welt Außenseiter sind, für einige Menschen einfach unsichtbar zu sein scheinen und - schlimmer noch - wie Abtrünnige behandelt werden. Aber sie gehen trotzdem auf bemerkenswerte Art ihren eigenen Weg und passen sich dabei nicht an, sondern zeigen sich einfach so, wie sie sind. Zu dem einzigartigen Leseeindruck, der von diesem Roman bleibt, trägt auch Shirley Ann Graus Schreibstil einen nicht unerheblichen Teil bei: Sie schildert das Leben von Mary Woods und später das ihrer Tochter sehr imposant und wird manchmal in einer eigentümlich nüchternen Art so direkt, dass es schockierend und erschreckend, gleichzeitig aber auch faszinierend auf den Leser wirkt.

„Kinder am Ende der Straße“ ist ein Lesevergnügen der etwas anderen Art, dessen Aussagekraft man nicht so schnell vergessen wird.

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