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Kommende Buchkritiken
Der Kurier des Zaren
Michel Strogoff. Moscou - Irkoutsk
|
Autor
Jules Verne
Genre Historischer Roman
Verlag Fackelverlag ISBN nicht vorhanden Übersetzung Hermann Schrader Erscheinungsdatum (D) 1876 Erschienen 1876 Seiten 328 |
Inhalt
Als der russische Zar in Moskau erfährt, dass der abtrünnige Verräter Iwan Ogareff kurz davor steht sich mit dem mächtigen Feofar-Khan zu verbünden, um ein Heer von Tataren gen Sibirien und weiter zum Ural zu führen, erkennt er das höchste Eile geboten ist. Zudem weilt sein Bruder, der Großfürst, im vermeintlichen Kriegsgebiet und bietet damit ein perfektes Angriffsziel. Da alle Telegraphenverbindungen unterbrochen sind, bleibt dem Zar nur eine verlässliche Möglichkeit der Nachrichtenübermittlung: Er muss einen Kurier entsenden. Schnell ist der richtige Mann für diese heikle Mission gefunden, Michael Strogoff. Selbst in Sibirien geboren, kennt er die Region wie kein zweiter und eine raue Lebensschule hat ihn hart gemacht. Zudem ist Michael dem Zar bedingungslos ergeben. Er ahnt jedoch nicht, dass dieser Auftrag für ihn die schwerste Prüfung seines Lebens werden soll.
Buchkritik von Melanie Frommholz
„Der Kurier des Zaren“ ist ein Buch, mit dem man bis zuletzt nicht wirklich „warm“ wird. Zwar schildert Jules Verne eine an sich spannende Abenteuergeschichte, bei der der Leser zugleich einiges über Russland erfährt, jedoch bleibt einem die Hauptfigur des Michael Strogoff in emotionaler Hinsicht seltsam fremd. Auf der einen Seite möchte man zwar wissen, wie die Reise des Kurier weiter geht, ob er die vielen Unwägbarkeiten und Gefahren übersteht; auf der anderen Seite fiebert man jedoch nicht wirklich mit ihm mit. Ein großer Schwerpunkt der Geschichte liegt zudem auf der geographischen Reiseschilderung. Es käme auf einen Versuch an, die Fahrt des Michael Strogoff auf einer Landkarte von damals nachzuvollziehen. Ohne Atlas sind die vielen russischen Ortschaftsnamen auf die Dauer etwas ermüdend. Nicht ermüden ist jedoch die Sprache des Autors. Auch aus heutiger Sicht ist diese keineswegs antiquiert. Wer also auf das Erscheinungsdatum schilt und sich denkt: “Was für ein alter Schinken“, sollte eventuell doch noch einen zweiten Blick riskieren.
Wissenswertes
Die Geschichte des Michael Strogoff wurde bereits vier Mal verfilmt. Unter anderem 1956 mit Curd Jürgens in der Hauptrolle.
