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Kommende Buchkritiken
Bis ich dich finde
Until I Find You
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Autor
John Irving
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 3-257-06522-1 Übersetzung Dirk van Gunsteren und Nikolaus Stingl Erscheinungsdatum (D) 2006 Erschienen 2005 Seiten 1140 |
Inhalt
Die Tätowiererin Alice begibt sich mit ihrem vierjährigen Sohn Jack auf eine Reise durch verschiedene Nord- und Ostseehäfen. Sie befinden sich auf einer nicht enden wollenden Suche nach Jacks Vater, dem Kirchenorganisten und „Tintensüchtigen“ William Burns, dem man nachsagt, dass sein Körper vollständig tätowiert ist und einem einzigen Notenblatt gleicht. Doch egal, wie schnell Alice und Jack bei ihrer obsessiven Suche auch sind, William bleibt für die beiden unauffindbar und Alice` Verhalten wird im Laufe der Jahre immer seltsamer. Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass Jack, je älter er wird, vieles mehr zu hinterfragen beginnt und so auf immer neue Ungereimtheiten im Leben seiner Mutter stößt.
Früh in seinem Leben beginnt Jack, sich von älteren Frauen beherrschen zu lassen, eine Eigenschaft, die er in sein Erwachsensein mitnimmt. Eigentlich war ihm schon immer klar, dass er einmal Schauspieler werden wird und genauso kommt es dann auch. Jack Burns feiert in Transvestitenrollen Triumphe, wird ein bekannter Hollywoodstar und doch ist da immer dieses dunkle Geheimnis um seine Kindheit, um seinen Vater und die Rolle, die seine Mutter in Jacks Leben spielt, die ihn nicht zur Ruhe kommen lassen. Der Drang, die Suche, die seine Mutter einst begann, zu beenden, veranlasst Jack Burns schließlich, noch einmal allein nach Europa aufzubrechen um auf den vielen Stationen seiner Kindheit eine Spur seines geheimnisvollen Vaters zu entdecken.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Ein Buch, das so menschlich ist, so realistisch und gleichzeitig völlig obskur und widersinnig, dass man es einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Hier wimmelt es nur so von verkrachten Existenzen, abgewrackten Tätowierern, alternden Prostituierten – dem ganz alltäglichen Wahnsinn eben. Irving erzählt seine Geschichte wie gewohnt auf eine Art und Weise, dass der Leser ihm alles abnimmt. Verrücktheiten, die man nur John Irving glauben kann, bringen einen eins ums andere Mal zum Lachen.
Dieses gewaltige Meisterwerk zeigt vor allem, dass es vordergründig um eines im Leben geht – die Person zu finden, die dem Leben einen Sinn verleiht. Dies ist zweifellos ein sehr persönliches Buch, in dem Irving unübersehbar viele Aspekte seiner eigenen Biographie verarbeitet hat – vielleicht macht gerade das die Eindringlichkeit dieses Romans aus.
