Hexenkammer

Hexenkammer

Autor Wolf Serno Genre Historischer Roman
Verlag Knaur
ISBN 3-426-62953-4
Erscheinungsdatum (D) 2004   Seiten 350

Inhalt

Kirchrode im Jahre 1574: Die Kräuterhändlerin Freyja steht unter dem Verdacht eine Hexe zu sein und muss ein so genanntes Verhör unter Folter über sich ergehen lassen. Als die junge Frau während der Folter ohnmächtig zusammenbricht, wird der Gelehrte Lapidius gerufen, um sie aus ihrer Ohnmacht zurückzuholen und die Befragung fortführen zu können. Doch während der Behandlung macht Lapidius eine erschreckende Entdeckung: Freyja hat die Syphilis. Nun leitet der Gelehrte umgehend die Vertagung des Verhörs ein und nimmt Freyja zu sich ins Haus, um ihre Krankheit zu heilen.
Als kurz darauf eine grausam zugerichtete Leiche entdeckt wird, gerät Freyja erneut in Verdacht und wird nun auch noch eines Mordes bezichtigt. Lapidius setzt alles daran, die Unschuld der Kräuterhändlerin zu beweisen und stößt dabei auf rätselhafte Machenschaften, die wahrscheinlich von angesehenen Bürgern Kirchrodes ausgehen...

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 4 von 5 Bs Mit „Hexenkammer“ präsentiert Wolf Serno erneut eine Werk, das seine Leser in eine andere Zeit, verbunden mit einer vergangenen Lebensweise, entführt. Und erneut verknüpft er dabei die Story mit den beiden Themen, die es ihm anscheinend angetan haben: Das Mittelalter und die Medizin.
Gekonnt schildert der Autor in seinem Roman einen Kriminalfall, in dem von Lügen über Verschwörungen bis hin zum Mord alles inbegriffen ist und lässt seine Leser – ebenfalls gekonnt – bis zum Schluss über Täterschaft und Motive im Unklaren. Serno gibt dem Thema Hexenverfolgung eine neue Richtung, verwickelt es mit einer Mordserie und zeigt, dass auch andere historische Themen durchaus lesenswert sein können. Dennoch fehlt an manchen Stellen der nötige Schwung, der die Geschichte etwas aufgelockert hätte.
Dessen ungeachtet macht sich bemerkbar, dass Serno beim Schreiben voll in seinem Element steckt, denn das von ihm beschriebene Mittelalter wirkt lebendig und zum Greifen nahe. Kurz und gut: Wer Wolf Serno mag, wird auch diesem historischen Krimi zugetan sein.

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