Tod im venezianischen Viertel

A Death in the Venetian Quarter

Tod im venezianischen Viertel

Autor Alan Gordon Genre Historischer Roman
Verlag Rowohlt Tb
ISBN 3-499-23788-1
Übersetzung Susanne Goga-Klinkenberg Erscheinungsdatum (D) Mai 2006   
Erschienen 2001  Seiten 330

Inhalt

Im Jahre 1203: Vor Konstantinopel liegen Schiffe der Kreuzfahrer vor Anker, die von Venedig gesandt wurden, um die kaufmännische Konkurrenz im Osten auszuschalten. Während Konstantinopel also kurz vor einem Krieg steht, wird ein venezianischer Seidenhändler ermordet. Feste, ein Narr, und seine Freunde werden von der Regierung damit beauftragt, diesen Mord aufzudecken. Hat der Tod des Kaufmannes etwas mit dem bevorstehenden Krieg zu tun? Fest steht auf jeden Fall, dass im venezianischen Viertel einige ungewöhnliche Dinge im Gange sind…

Buchkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Bs Sehr interessant an „Tod im venezianischen Viertel“ ist die Art, wie der Autor Alan Gordon den Verlauf des Vierten Kreuzzuges beschreibt. Bis heute wird von etlichen Historikern darüber debattiert, wie dieser Vierte Kreuzzug wirklich verlaufen ist und aus welchen Gründen er überhaupt geführt wurde. Ob Gordon mit seiner Theorie Recht hat, steht in den Sternen. Sicher ist jedoch, dass sie glaubhaft ist und durchaus zutreffen könnte. Der historische Teil dieses Buch ist dem Schriftsteller somit gelungen, problematisch wird es allerdings bei der Umsetzung des Romans. Die einzelnen Charaktere wirken sehr blass und sind dadurch für den Leser ziemlich uninteressant. Gerne würde man mehr über die Narrengilde und ihre Mitglieder erfahren, Gordon liefert jedoch nur die allernötigsten Informationen. Die ganze Geschichte rund um die Aufdeckung des rätselhaften Mordes vermag es leider auch nicht, den Leser voll und ganz in ihren Bann zu ziehen. Mühelos hätte man ihn durch ein wenig mehr Bewegung und Spannung fester an diese Lektüre binden können. So ist es dem Leser jedoch jeder Zeit möglich, die Lektüre zur Seite zu legen und sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Sehr schade, aber vielleicht sollte sich Alan Gordon in der Zukunft eher damit beschäftigen, historische Sachbücher zu schreiben, denn in diesem Gebiet scheint viel Potenzial in ihm zu stecken.

Wissenswertes

Auszug aus „Tod im venezianischen Viertel“:
“Die Entwicklungen, die durch den Vierten Kreuzzug ausgelöst wurden, wirken bis heute nach. Hätten die Kreuzfahrer Byzanz nicht erobert, wäre das Reich womöglich stark genug geblieben, um später den Türken standzuhalten. Ihr Vorstoß nach Europa und die Gründung des Osmanischen Reichs führten zu den nachhaltigen Stammesfehden, deren Nachbeben im ersten Weltkrieg gipfelten. Die ethnischen Enklaven auf dem Balkan, die sich beim Zerfall des Osmanischen Reichs bildeten und in denen Moslems, katholische und orthodoxe Christen voneinander getrennt lebten, werden noch heute von Bürgerkriegen und „ethnischen Säuberungen“ erschüttert.“

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