Die weiße Massai

Autor: Corinne Hofmann
Genre: Erlebnisbericht
Verlag: Bertelsmann
ISBN: 01136 1(Buch-Nr.)
Erscheinungsdatum (D) 2001 Seiten 307

Die weiße Massai

Inhalt

Als die Schweizerin Corinne mit ihrem Freund Urlaub in Kenia macht, verliebt sie sich Hals über Kopf in einen Massai-Krieger. Sie trennt sich von ihrem Freund, lässt ihr altes Leben hinter sich und begibt sich auf die Suche nach Lketinga. Die beiden sprechen keine gemeinsame Sprache, können sich kaum miteinander verständigen und Lketingas Lebensweise und Kultur sind Corinne völlig fremd. Trotzdem beschließt die junge Frau, bei „ihrem“ Massai-Krieger zu bleiben.

Doch das neue Leben gestaltet sich nicht annähernd so romantisch, wie Corinne sich das vorgestellt hat. Vom gewöhnten Komfort kann sie in der gemeinsamen Hütte, der „Manyatta“ nur träumen. Alles ist hier viel mühevoller als zu Hause, zum Waschen müssen die Frauen das Wasser mühsam vom Fluss heraufschleppen. Trotz aller Schwierigkeiten beschließen die beiden zu heiraten und bald schon erwartet Corinne ein Kind. Doch immer wieder erleidet sie Rückschläge, die Malaria kostet sie beinahe das Leben und nach der Geburt des kleinen Mädchens wird alles noch viel schwieriger. Als Lketinga und Corinne gemeinsam einen Shop eröffnen, beginnen die Probleme überhand zu nehmen.....

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Es fällt sehr schwer, dieses Buch neutral zu beurteilen, da der Erzählstil Corinne Hofmans regelrecht nervt. Immer wieder bekommt man den Eindruck, im Tagebuch eines pubertierenden Teenagers zu lesen und nicht etwa den Aufzeichnungen einer erwachsenen Frau zu folgen. Wenn sie etwa schildert, wie schön „ihr“ Krieger aussieht, wie stolz sie ist, dass er der schönste von allen ist, dann fällt es extrem schwer, ihre Motivation zu verstehen. Hat sie sich denn einmal Gedanken darüber gemacht, ob es überhaupt möglich ist, bei solchen kulturellen Unterschieden zusammenzuleben? Sicherlich ist die Verliebtheit manchmal so groß, dass der Verstand aussetzt, aber irgendwann muss er ja auch mal wieder einsetzen.... Beim Lesen wird deutlich, wie viel Leid es verursachen kann, wenn ein so entscheidender Schritt getan wird, ohne vorher richtig zu überlegen, ob das so überhaupt funktionieren kann.

Es ist sicherlich nicht notwendig und schon gar nicht das Ziel, Corinne Hofmann und ihr Handeln zu verstehen. Was bei diesem Buch aber eindeutig zu kurz kommt, ist die Sichtweise Lketingas. Sehr einseitig wird hier geschildert, welche Probleme die Erzählerin in dieser Partnerschaft erlebt. So entsteht das Bild einer primitiven, unterentwickelten Kultur, die nicht bereit ist, sich anderen Sichtweisen zu öffnen. Welche Kompromisse Lketinga und seine Familie eingehen, um Corinne in ihre Gemeinschaft zu integrieren, findet kaum Erwähnung. So wird hier eine spannende, dramatische und auch tragische Geschichte erzählt, der es leider nicht gelingt, das Verständnis des Lesers für beide Seiten zu wecken.

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