Der Flusskönig

The River King

Der Flusskönig

Autor Alice Hoffman Genre Roman
Verlag Bertelsmann
ISBN 001494 (Buch-Nr.)
Übersetzung Sibylle Schmidt Erscheinungsdatum (D) 2002   
Erschienen 2000  Seiten 352

Inhalt

Die pure Idylle scheint in Haddan School, einem Eliteinternat in Neuengland zu herrschen. Doch der Schein trügt. Das malerisch am Ufer eines Flusses gelegene Internat ist der Hort einer ganz eigenen Hackordnung. Neue Schüler müssen brutale Mutproben bestehen, um in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Die Lehrer müssten eigentlich merken, dass hier einiges nicht so ist wie es sein sollte, sehen aber lieber weg und verschließen die Augen vor der Realität.

Als August Pierce nach Haddan School kommt, ist das Drama schon vorprogrammiert. Er entspricht so gar nicht dem Bild, das die älteren Mitschüler von einem erfolgreichen Mitglied ihrer Gemeinschaft haben. Er ist völlig unpassend gekleidet, wäscht sich kaum und legt relativ wenig Wert auf die Meinung, die andere von ihm haben. Der einzige Mensch, dessen Meinung ihn interessiert, ist Carlin Leander, ebenfalls ein Neuankömmling, bildhübsch und so ganz anders, als die anderen Mädchen, die August kennt. Ihr vertraut er sich an, als die Repressalien der älteren Mitschüler immer schlimmer werden und er nicht mehr aus noch ein weiß. Doch Carlin gerät immer mehr zwischen die Fronten und eines Nachts kommt es zu einem folgenschweren Streit zwischen den beiden.

Am Morgen danach wird Augusts Leiche am Fluss aufgefunden und Carlin ist sich sicher, dass alles ihre Schuld ist. Die Schulleitung versucht natürlich, das Ganze zu vertuschen und als bedauerlichen Unfall abzutun. Abel Gray, Polizist des Ortes, ist überzeugt davon, es hier mit einem Mord zu tun zu haben und setzt alles daran, die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. Bei seinen Ermittlungen läuft ihm, der sich noch nie wirklich auf eine Frau einlassen konnte, seine erste wahre Liebe über den Weg...

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs Ein Buch, das einen unwillkürlich in seinen Bann zieht. Alice Hoffman hat einen Erzählstil, wie man ihn selten erlebt. Wie in einem Gedicht beschreibt sie die Landschaft rund um Haddan School, mit Worten, die so intensiv sind, dass man gar nicht anders kann, als sich zurückzulehnen und alles buchstäblich zu „sehen“. Poesie ist das einzige Wort, was hier passend ist. Wenn man beim Lesen das Gefühl hat, selber am Fluss zu sitzen, die Landschaft zu sehen, selber dazusein, dann ist das beinahe schon wie Magie. Ein großes Kompliment geht hier auch an die Übersetzerin, der es gelungen ist, diesen Zauber auf eine andere Sprache weiterzutransportieren.

Die Geschichte an sich ist gut ausgedacht, spannend erzählt und lässt den Leser mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zurück. Abschließend kann man sagen, dass alles an diesem Buch seltsam ist – seltsam schön!

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