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Kommende Buchkritiken
Die dunkle Seite der Liebe
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Autor
Rafik Schami
Genre Roman
Verlag Hanser ISBN 3-446-20536-5 Erscheinungsdatum (D) 2004 Seiten 886 |
Inhalt
Die Geschichte beginnt und endet mit der Ermordung eines muslimischen Offiziers, der über dem Tor der Pauluskapelle in Damaskus hängend gefunden wird. Kommissar Barudi verhört die Witwe, und daraufhin wird ihm der Fall entzogen. Als er heimlich weiter ermittelt, stößt er endlich auf das Tatmotiv: eine Blutfehde, die seit vielen Jahren zwischen den Clans der Muschtaks und Schahins besteht.
Gleichzeitig besteht noch eine andere Verbindung zwischen den beiden verfeindeten Familien – eine Liebe, die nicht sein darf, die stärker ist als alle Konventionen und die nicht nach den Regeln des Blutes fragt. Als Rana und Farid sich begegnen, ist ihnen nicht klar, was ihre Liebe zueinander auslösen wird, sie wissen nur eines: sie sind füreinander bestimmt, sie lieben einander mit jeder Faser ihres Seins. Nach ihrer missglückten Flucht nach Beirut wird Farid von seinem Vater in ein Kloster verbannt, in dem er die furchtbarste Zeit seines bisherigen Lebens erdulden muss. Aber auch hinter den düsteren Mauern einer lieblosen Bruderschaft kann er seine große Liebe nicht vergessen.
Die beiden Liebenden werden immer wieder getrennt, müssen schlimme Repressalien ertragen, politische und religiöse Ereignisse überstürzen sich, Hindernisse legen sich ihnen in den Weg - und doch verlieren sie niemals den Sinn ihres Lebens aus den Augen, wissen sie immer, dass sie füreinander bestimmt sind...
Buchkritik von Stefanie Rufle
Wow, was für ein Buch! Rafik Schami ist wirklich begnadet darin, in bester orientalischer Manier eine Geschichte zu erzählen, die einen buchstäblich die Welt ringsherum vergessen lässt. Ist man anfangs noch etwas skeptisch, all die verschiedenen Personen behalten und dem vielschichtigen Erzählverlauf folgen zu können, vergisst man sehr bald alle Bedenken und lässt sich von Rafik Schami an der Hand nehmen und in eine magische, faszinierende und teilweise sehr fremde Welt entführen.
Dies ist eine Geschichte, in die man sich verlieren kann, eine Geschichte, die in vielen Jahren herangereift ist wie ein Mosaik. Es ist aber nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch Zeugnis davon, wie politische Ereignisse das Schicksal mehrerer Generationen beeinflussen können. Grausame Dinge werden hier geschildert, die aber völlig normal zu sein scheinen. Gleichzeitig blitzt immer wieder der Humor des Erzählers und seiner Kultur durch. Dadurch fällt es uns Europäern leichter, vieles, was in diesem Land passiert, besser zu verstehen. Nachdenklich bleiben wir zurück mit der Erkenntnis, dass nicht alles so ist, wie es uns von den Medien suggeriert wird.
