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Kommende Buchkritiken
Wir hätten schreien müssen
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Autor
Christian Feldmann
Genre Biographie
Verlag Herder spektrum ISBN 3-451-05675-5 Erscheinungsdatum (D) 1998 Seiten 191 |
Inhalt
„Wir hätten schreiben müssen“ erzählt aus dem Leben des Dietrich Bonhoeffer, geboren am 4. Februar 1906, der am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg von den Nazis ermordet wurde. Geschildert werden vor allem sein Werdegang als evangelischer Theologe und Pfarrer, seine Wandlung vom „spröden“ Intellektuellen zum Rebell, der sich im Widerstand engagierte und dann die Verhaftung, seine Zeit als Gefangener und seine Ermordung.
Sehr intensiv wird seine Weltanschauung dargestellt, seine theologischen Ansätze und vor allem deren Veränderung unter dem Schock der Judenverfolgung und der daraus resultierenden grausamen Vernichtungsmaschinerie. Weiterhin wird beleuchtet, wie seine Theorie von der „Weltlichkeit des Glaubens“ die damalige Zeit revolutioniert hat und sich bis heute auf die Christenheit auswirkt.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Christian Feldmann ist mit „Wir hätten schreien müssen“ ein sehr bewegendes und menschliches Portrait eines herausragenden Mannes gelungen. Bonhoeffer wird nicht als Held, als Heiliger dargestellt, sondern als Mensch voller Zweifel und Ängste. Eindrücklich wird dem Leser gezeigt, wie schwierig es in der damaligen Zeit tatsächlich war, aufzustehen, aufzubegehren – zu schreien.
Umso größer ist der Respekt, den man beim Lesen der Lebensgeschichte dieses streitbaren Menschen bekommt. Christian Feldmann zeigt, wie Bonhoeffer an der damaligen Zeit, an den furchtbaren Gräueln gewachsen ist, wie er durch die Schrecken des Nationalsozialismus zu dem wurde, was er zum Schluss war: ein freier Denker, der sich der Verantwortung vor Gott nicht entziehen wollte und konnte.
“Wir hätten schreien müssen“ ist ein Buch, das zum Nachdenken einlädt, das tief berührt und das uns vor allem mit der einen brennenden Frage zurücklässt: Wo wären wir heute ohne solche Menschen, wie Dietrich Bonhoeffer einer war?
