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Kommende Buchkritiken
Der Blumenkrieg
The War of the Flowers
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Autor
Tad Williams
Genre Fantasy
Verlag Klett-Cotta ISBN 3-608-93356 5 Übersetzung Hans-Ulrich Möhrig Erscheinungsdatum (D) 2004 Erschienen 2003 Seiten 805 |
Inhalt
Das hatte sich Theo auch anders vorgestellt. Mit dreißig hängt der begnadete Sänger immer noch in der Garagen-Boy-Group-Phase fest. Erwachsen ist anders. Findet auch seine Freundin Cat, die sich nach der Fehlgeburt des gemeinsamen Kindes von ihm trennt. Als kurz darauf auch noch seine Mutter stirbt, ist Theo endgültig reif für eine Auszeit. Er zieht sich in die Abgeschiedenheit der kalifornischen Berge zurück und versucht dem Geheimnis des Notizbuches seines Großonkels Eamonn Dowd auf die Spur zu kommen, welches er im Nachlass seiner Mutter gefunden hatte. Als eines Tages die Polizei vor seiner Tür steht und ihn zu einem grauenhaften Mord in seiner ehemaligen Nachbarschaft befragt, denkt Theo zunächst nicht, dass dies etwas mit ihm oder dem Buch seines Großonkels zu tun haben könnte. Erst als kurz darauf eine zombieähnliche Leiche auf ihn Jagd macht und er von einer Elfe namens Apfelgriebs gerettet wird, schwant Theo, dass an den phantastischen Schilderungen von Großonkel Dowd doch mehr Wahrheit dran ist, als ihm lieb sein kann. Apfelgriebs nimmt Theo mit sich in ihre Welt, nach Elfien. Doch das Land der Wunder ist kein idyllisches Fleckchen. Die regierende Oberschicht der Elfen, die Blumen, führt ein grausames Regime, beutet Natur wie Untergebene schamlos aus. Wie Theo bald schmerzhaft erfahren muss, war seine Rettung nicht die reine Nächstenliebe, sondern nur ein weiterer Schachtzug im undurchsichtigen Ränkespiel des Elfenadels. Ehe er sich versieht, befindet er sich auf der Flucht durch eine Welt, die kurz vor dem Kollaps steht.
Buchkritik von Melanie Frommholz
… und wieder hat Tad Williams es geschafft eine geniale Geschichte zu Papier zu bringen. Dieser Mann ist ein echtes Phänomen! Buch für Buch entführt der Autor seine Leser in immer neue, facettenreiche Welten. Dabei hat man nie das Gefühl eine Geschichte zu lesen, die nach dem Baukastenprinzip aus früheren Werken „zusammengestoppelt“ wurden. Die Phantasie des Kaliforniers muss grenzenlos sein. Doch was wären fantasievolle Ideen ohne eine Sprache, die diese auch zum Leser transportiert? Auch auf diesem Gebiet ist Tad Williams ein Ass. Das 2003 erschienene Buch „Der Blumenkrieg“ reiht sich in vielerlei Hinsicht ein, in die Erzähltradition von Williams-Büchern wie der Osten-Ard-Reihe oder der Otherland-Romane. Dennoch ist gerade in punkto Sprache hier so einiges anders, als eventuell erwartet. Tad Williams Figuren nehmen kein Blatt vor den Mund. Erfrischen unkonventionell und manchmal auch ein bisschen derb. So mancher Dialog lässt einen laut auflachen. Elfen, die „mal eben pissen gehen“ sind in der Fantasyliteratur nicht eben an der Tagesordnung. Was die Geschichte außerdem ausmacht, ist die geschickte Verzahnung von Menschenwelt und Elfien. Williams Elfen, oder besser gesagt Blumen, sind weniger mystisch denn machtversessen und damit manchem unserer Politiker gar nicht so unähnlich. Elfen sind eben auch nur Menschen. Realistischer geht’s für eine Fantasy-Geschichte nicht mehr. Spritzig, kurzweilig und absolut süchtigmachend!
